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Die aktuelle
Tour von Henni Nachtsheim steht unter dem Motto "Eine Lesetour ohne zu
Lesen". Ich war gespannt was mich erwarten würde, allerdings wußte ich
schon, dass es Stand-Up Comedy, wie es Henni Nachtsheim schon seit
Jahren bei Badesalz mit seinem Partner Gerd Knebel macht, sein würde.
Doch wie viel von seinem Buch "Den Schal enger schnallen und in die
Ohren spucken" würde dabei in das gleichnamige Programm einfliessen?
Natürlich hat sich einiges um Fußball und die Frankfurter Eintracht
gedreht, aber auch um viel anderes. Doch der Reihe nach:
Henni betrat zur Titelmelodie von "Dalli Dalli" die Bühne, auf der neben
einem Tisch samt Stuhl, ein Laptop und eine Leinwand waren, um dem
Publikum zu erklären worum es denn eigentlich gehen sollte, nämlich
nicht wie es der Name "Den Schal enger schnallen" vermuten lässt um
einen Häkel- oder Strickkurs der örtlichen Volkshochschule. Evtl.
anwesende Strickbegeisterte könnten nun gerne den Saal verlassen, was
jedoch niemand tat. Trotz des Untertitels "Die Eintracht und ich" sollte
es aber auch keine reine Aufzählung von Spielergebnissen,
Zuschauerzahlen und anderen Statistiken werden.
Stattdessen erzählte Henni die Geschichte, wie er einmal einen Engel
traf, der ihm drei Wünsche erfüllen wollte. Die beiden sollten viele
Stunden miteinander verbringen, in denen Henni von seinen Erlebnissen
als Spieler, von Trainern und Präsidenten, von diversen
Mannschaftskollegen, von Experten und anderem berichtete. Seine Zeit als
Spieler konnte Henni mit einem Video eindrucksvoll darlegen, wozu Laptop
und leinwand gebracht wurden, da das Video vom Laptop mittels Beamer auf
der Leinwand gezeigt wurde. Böse Zungen könnten behaupten, dass es
lediglich eine Videomontage war, aber es ist doch allgemein bekannt,
dass Henni früher beim FC Barcelona, Chelsea London oder auch Real
Madrid gespielt hat. Ein wenig Lesung war dann aber doch mit drin, denn
Henni hat dem Engel auch ein paar Einträge aus seinem Eintracht-Tagebuch
vorgelesen, das er nun schon seit 1899 führt.
Nach etwa zwei Stunden mit einem kurzweiligen Programm rund ums große
Thema Fußball war der Abend dann auch leider schon viel zu schnell zu
Ende. Als Besucher von Konzerten mit seiner Band kannte ich zwar schon
die ein oder andere Geschichte, aber es war trotzdem wieder sehr schön,
die STories zu hören und wer Henni noch nicht mit Band gesehen hat, dem
ist das eh nicht aufgefallen.
Text: Wolfram Schenck |