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Henni Nachtsheim
19. November 2009,
Hofgarten Kabarett, Aschaffenburg

Die aktuelle Tour von Henni Nachtsheim steht unter dem Motto "Eine Lesetour ohne zu Lesen". Ich war gespannt was mich erwarten würde, allerdings wußte ich schon, dass es Stand-Up Comedy, wie es Henni Nachtsheim schon seit Jahren bei Badesalz mit seinem Partner Gerd Knebel macht, sein würde. Doch wie viel von seinem Buch "Den Schal enger schnallen und in die Ohren spucken" würde dabei in das gleichnamige Programm einfliessen? Natürlich hat sich einiges um Fußball und die Frankfurter Eintracht gedreht, aber auch um viel anderes. Doch der Reihe nach:

Henni betrat zur Titelmelodie von "Dalli Dalli" die Bühne, auf der neben einem Tisch samt Stuhl, ein Laptop und eine Leinwand waren, um dem Publikum zu erklären worum es denn eigentlich gehen sollte, nämlich nicht wie es der Name "Den Schal enger schnallen" vermuten lässt um einen Häkel- oder Strickkurs der örtlichen Volkshochschule. Evtl. anwesende Strickbegeisterte könnten nun gerne den Saal verlassen, was jedoch niemand tat. Trotz des Untertitels "Die Eintracht und ich" sollte es aber auch keine reine Aufzählung von Spielergebnissen, Zuschauerzahlen und anderen Statistiken werden.

Stattdessen erzählte Henni die Geschichte, wie er einmal einen Engel traf, der ihm drei Wünsche erfüllen wollte. Die beiden sollten viele Stunden miteinander verbringen, in denen Henni von seinen Erlebnissen als Spieler, von Trainern und Präsidenten, von diversen Mannschaftskollegen, von Experten und anderem berichtete. Seine Zeit als Spieler konnte Henni mit einem Video eindrucksvoll darlegen, wozu Laptop und leinwand gebracht wurden, da das Video vom Laptop mittels Beamer auf der Leinwand gezeigt wurde. Böse Zungen könnten behaupten, dass es lediglich eine Videomontage war, aber es ist doch allgemein bekannt, dass Henni früher beim FC Barcelona, Chelsea London oder auch Real Madrid gespielt hat. Ein wenig Lesung war dann aber doch mit drin, denn Henni hat dem Engel auch ein paar Einträge aus seinem Eintracht-Tagebuch vorgelesen, das er nun schon seit 1899 führt.

Nach etwa zwei Stunden mit einem kurzweiligen Programm rund ums große Thema Fußball war der Abend dann auch leider schon viel zu schnell zu Ende. Als Besucher von Konzerten mit seiner Band kannte ich zwar schon die ein oder andere Geschichte, aber es war trotzdem wieder sehr schön, die STories zu hören und wer Henni noch nicht mit Band gesehen hat, dem ist das eh nicht aufgefallen.

Text: Wolfram Schenck