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Beat Beat Beat
24. Oktober 2009, Stadthalle, Offenbach

"Beat Beat Beat" war Mitte/Ende der 60er Jahre eine Sendereihe des Hessischen Rundfunks analog dem Beat-Club von Radio Bremen. 2006 wurde zum 40jährigem Jubiläum das Konzept neu aufgegriffen und 2009 fand nun zum bereits zum vierten Mal die Neuauflage von Beat Beat Beat statt.

Im Vorraum der Offenbacher Stadthalle finden sich ein paar Plattenhändler sowie ein Stand der Musikzeitschrift "Good Times", hier können sich die Zuschauer schon mal auf das einstimmen, was sie gleich erwarten wird. Nach ihren Auftritten kommen hier auch alle Künstler vorbei, um Autogramme zu schreiben. Fanherz, was willst du mehr!

Die Stadthalle war komplett bestuhlt und mit ca. 1.600 Zuschauern gut gefüllt. Direkt vor der Bühne waren einige Meter Platz, die während der Auftritte der einzelnen Bands vom Publikum zum Tanzen genutzt wurden. Leider erwies sich die Bestuhlung als unglücklich, denn es hätten sicher gerne noch ein paar Leute mehr getanzt, es war aber schlichtweg kein Platz!
Vor Beginn wie auch später in den Umbaupausen werden auf einer Großleinwand Ausschnitte aus alten Beat Beat Beat-Sendungen gezeigt. Pünktlich um 19 Uhr betritt Werner Reinke die Bühne. In seiner Anmoderation erwähnt er die Geschichte von Beat Beat Beat und der Offenbacher Stadthalle, die eng miteinander verknüpft sind.
Es bedarf nur ein paar Sätze und sofort ist das Publikum bei bester Laune. Werner Reinke testet dann mal ab, wo die meisten herkommen. Aus Offenbach? Aus Hanau? Aus Begeisterung? Ja, aus Begeisterung sind alle hier! Wenig später betritt dann auch schon die erste Band die Bühne und der Beat ist nicht mehr aufzuhalten!

Den Mindbenders war es vorbehalten den Abend zu eröffnen. Sie spielten eine schöne Mischung aus Coverversionen der 50er und 60er Jahre und ihren eigenen Hits wie "Um Um Um Um Um", "Hello Josephine" oder "A groovy kind of love". Man tanzte ausgelassen, wo immer man Platz dazu fand (nur auf die Tische traute sich keiner) und die Stimmung war fantastisch. Ein gelungener Start in einen langen Abend! Zum Abschluss spielten die Mindbenders eine Coverversion von "The kids are alright" als Zugabe, bevor nach ungefähr einer Stunde ihr Auftritt zu Ende war.

Mit der Spencer Davis Group ging es dann auch gleich weiter. Als Einstieg wählten sie mit "Keep on Running" einen ihrer größten Hits. Eigene Songs und ein paar Coverversionen folgen. Bevor sie "I ain't gonna go" vom aktuellen Album spielen, verschenkt Spencer Davis das Album an einen Fan vor der Bühne. Das hat ihn wohl ein wenig aus dem Konzept gebracht, denn anschließend verpasst er seinen Einsatz bei "I ain't gonna go". Aber auch das gehört dazu, sind ja auch nur Menschen! Wenig später zaubert Spencer Davis dann während "Dimples" ein Mundharmonika-Solo auf die Bühne, bevor Schlagzeuger Steff Porzel sein Können bei einem Solo während "I'm a man" unter Beweis stellen kann. Bevor nach gut 60 Minuten Schluss ist, gibt's noch "Route 66" als Zugabe.

Nun entert wieder Werner Reinke die Bühne und kündigt als nächste Band The Sweet an. Da aber vorher noch eine Umbaupause ansteht, legt er selbst eine spontane Gesangseinlage hin. Erst singt er "Blue Suede Shoes" und anschließend noch "Sixteen Tons". Er wird vom Publikum genauso begeistert gefeiert wie die Musiker. So geht die Pause bis zu Sweet schnell rum.

The Sweet starten wie die Feuerwehr und reihen Hit an Hit, "Hell Raiser", "Love is like Oxygen", "Teenage Rampage", "The Six Teens", "Fox on the Run", "Action" und ein Medley aus "Wig Wam Bam" und "Little Willy". Natürlich darf auch "Blockbuster" mit der markanten Feuerwehrsirene am Anfang nicht fehlen. Das Publikum hat jede Menge Spaß und tanzt und feiert ausgelassen. Für viele war The Sweet das Highlight des Abends, und vor der Bühne und zwischen den Tischen war es so eng, dass man kaum auf die andere Seite kam. Bei der Zugabe zum etwa einstündigen Set gab es dann noch den "Ballroom Blitz". Andy Scott, als einziger noch aus der Originalbesetzung aus den 70ern übrig, reißt sich am Ende in bester Rockstar-Manier die Gitarrensaiten vom Instrument. Ja, die verstehen es, Stimmung zu verbreiten!

Mittlerweile ist es schon fast Mitternacht, aber noch ist der Abend nicht vorbei! Auch wenn der Saal sich bereits merklich lichtet, bleibt die Stimmung auf dem Siedepunkt, so dass Chris Thompson mit der Mads Eriksen Band leichtes Spiel hat. Mit fast eineinhalb Stunden legen sie dann auch den längsten Auftritt hin. Die verbliebenen Zuschauer gehen dann auch ordentlich mit, so dass es kaum ins Gewicht fällt, dass ein Großteil schon die Segel gestrichen hat. Und die wissen halt nicht, was sie verpasst haben!
Chris Thompsons Auftritt setzt sich hauptsächlich aus Songs von Manfred Mann's Earth Band zusammen, wo Thompson lange Jahre Sänger war. Songs wie "Blinded by the Light", "Davy's on the road again" oder "The Mighty Quinn" kennen die meisten und werden entsprechend mitgesungen. Thompson selbst ist auf der Bühne fast ständig in Bewegung. Als letzter regulärer Song des Abends spielt Chris Thompson "You're the voice", den er für John Farnham geschrieben hat und in den 80ern einen Riesenhit war. Als wirklich letzter Song steht dann noch "Questions" als Zugabe auf dem Programm.

Damit ist dann ein rundum gelungener Abend zu Ende gegangen. Ja, Beat ist noch am Leben und erfreut sich großer Beliebtheit. Ganze Clubs nutzen den Abend, um dem Beat zu frönen, es wurde völlig entspannt miteinander getanzt und gefeiert. Diese Musik ist eben doch zeitlos, und sie verbindet Generationen.

Text: Wolfram Schenck, Nadja Notzke