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"Beat Beat
Beat" war Mitte/Ende der 60er Jahre eine Sendereihe des Hessischen
Rundfunks analog dem Beat-Club von Radio Bremen. 2006 wurde zum
40jährigem Jubiläum das Konzept neu aufgegriffen und 2009 fand nun zum
bereits zum vierten Mal die Neuauflage von Beat Beat Beat statt.
Im Vorraum
der Offenbacher Stadthalle finden sich ein paar Plattenhändler sowie ein Stand
der
Musikzeitschrift "Good Times", hier können sich die Zuschauer schon mal
auf das einstimmen, was sie gleich erwarten wird. Nach ihren Auftritten
kommen hier auch alle Künstler vorbei, um Autogramme zu schreiben.
Fanherz, was willst du mehr!
Die Stadthalle war komplett bestuhlt und mit ca. 1.600 Zuschauern gut gefüllt.
Direkt vor der Bühne waren einige Meter Platz, die während der Auftritte
der einzelnen Bands vom Publikum zum Tanzen genutzt wurden. Leider
erwies sich die Bestuhlung als unglücklich, denn es hätten sicher gerne
noch ein paar Leute mehr getanzt, es war aber schlichtweg kein Platz!
Vor Beginn
wie auch später in den Umbaupausen werden auf einer Großleinwand
Ausschnitte aus alten Beat Beat Beat-Sendungen gezeigt. Pünktlich um
19 Uhr betritt Werner Reinke die Bühne. In seiner Anmoderation erwähnt
er die Geschichte von Beat Beat Beat und der Offenbacher Stadthalle, die
eng miteinander verknüpft sind.
Es bedarf nur ein paar Sätze und sofort ist das Publikum bei bester
Laune. Werner Reinke testet dann mal ab, wo die meisten herkommen. Aus
Offenbach? Aus Hanau? Aus Begeisterung? Ja, aus Begeisterung sind alle
hier! Wenig später betritt dann auch schon die
erste Band die Bühne und der Beat ist nicht mehr aufzuhalten!
Den Mindbenders war es vorbehalten den Abend zu
eröffnen. Sie spielten eine schöne Mischung aus Coverversionen der
50er und 60er Jahre und ihren eigenen Hits wie "Um Um Um Um Um", "Hello
Josephine" oder "A groovy kind of love". Man tanzte
ausgelassen, wo immer man Platz dazu fand (nur auf die Tische traute
sich keiner) und die Stimmung war fantastisch. Ein gelungener Start in
einen langen Abend! Zum Abschluss spielten die Mindbenders eine Coverversion von "The kids are
alright" als Zugabe, bevor nach ungefähr einer Stunde ihr Auftritt zu
Ende war.
Mit der Spencer Davis Group ging es dann auch gleich weiter. Als
Einstieg wählten sie mit "Keep on Running" einen ihrer größten Hits. Eigene
Songs und ein paar Coverversionen folgen. Bevor sie "I ain't gonna go"
vom aktuellen Album spielen, verschenkt Spencer Davis das Album an einen
Fan vor der Bühne. Das hat ihn wohl ein wenig aus dem Konzept gebracht,
denn anschließend verpasst er seinen Einsatz bei "I ain't gonna go".
Aber auch das gehört dazu, sind ja auch nur Menschen! Wenig später
zaubert Spencer Davis dann während "Dimples" ein
Mundharmonika-Solo auf die Bühne, bevor Schlagzeuger Steff Porzel
sein Können bei einem Solo während "I'm a man" unter Beweis stellen
kann. Bevor nach gut 60 Minuten Schluss ist, gibt's noch "Route 66" als
Zugabe.
Nun entert wieder Werner Reinke die Bühne und kündigt als
nächste Band The Sweet an. Da aber vorher noch eine Umbaupause ansteht,
legt er selbst eine spontane Gesangseinlage hin. Erst singt
er "Blue Suede Shoes" und anschließend noch "Sixteen Tons".
Er wird vom Publikum genauso begeistert gefeiert wie die Musiker. So
geht die Pause bis zu Sweet schnell rum.
The Sweet starten wie die Feuerwehr und reihen Hit an Hit, "Hell Raiser",
"Love is like Oxygen", "Teenage Rampage", "The Six Teens", "Fox on the
Run", "Action" und ein Medley aus "Wig Wam Bam" und "Little Willy".
Natürlich darf auch "Blockbuster" mit der markanten Feuerwehrsirene
am Anfang nicht fehlen. Das Publikum hat jede Menge Spaß und tanzt und
feiert ausgelassen. Für viele war The Sweet das Highlight des Abends,
und vor der Bühne und zwischen den Tischen war es so eng, dass man kaum
auf die andere Seite kam. Bei der Zugabe zum etwa einstündigen Set gab
es dann noch den "Ballroom Blitz". Andy Scott, als einziger
noch aus der Originalbesetzung aus den 70ern übrig, reißt sich am Ende
in bester Rockstar-Manier die Gitarrensaiten vom Instrument. Ja, die
verstehen es, Stimmung zu verbreiten!
Mittlerweile ist es schon fast Mitternacht, aber noch ist der Abend
nicht vorbei! Auch wenn der Saal sich bereits merklich lichtet, bleibt
die Stimmung auf dem Siedepunkt, so dass Chris Thompson mit der Mads
Eriksen Band leichtes Spiel hat. Mit fast eineinhalb
Stunden legen sie dann auch den längsten Auftritt hin. Die verbliebenen
Zuschauer gehen dann auch ordentlich mit, so dass es kaum ins Gewicht
fällt, dass ein Großteil schon die Segel gestrichen hat. Und die wissen
halt nicht, was sie verpasst haben!
Chris Thompsons Auftritt setzt sich hauptsächlich
aus Songs von Manfred Mann's Earth Band zusammen, wo Thompson lange
Jahre Sänger war. Songs wie "Blinded by the Light", "Davy's on the road
again" oder "The Mighty Quinn" kennen die meisten und werden
entsprechend mitgesungen. Thompson selbst ist auf der Bühne fast ständig
in Bewegung. Als letzter regulärer Song des Abends spielt Chris Thompson
"You're the voice", den er für John Farnham geschrieben hat
und in den 80ern einen Riesenhit war. Als wirklich letzter Song
steht dann noch "Questions" als Zugabe auf dem Programm.
Damit ist dann ein rundum
gelungener Abend zu Ende gegangen. Ja, Beat ist noch am Leben und
erfreut sich großer Beliebtheit. Ganze Clubs nutzen den Abend, um dem
Beat zu frönen, es wurde völlig entspannt miteinander getanzt und
gefeiert. Diese Musik ist eben doch zeitlos, und sie verbindet
Generationen.
Text: Wolfram Schenck, Nadja Notzke |