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Als ich an
der Halle 101 ankam, war der Parkplatz schon mächtig voll. Na wenn das
mal kein gutes Zeichen für das anstehende Konzert ist, verdient hätten
sie ein volles Haus alle mal!
In der Halle angekommen war es dann doch sehr übersichtlich, schade
eigentlich.
Pünktlich um 20Uhr ging es dann los mit Axxis. Gut, die waren noch nie
mein Fall, aber warum nicht auch mal ne Band gucken, die man jetzt nicht
in die Favoritenliste einreiht. Das Publikum um mich rum bestand
überwiegend aus Axxis-Fans (was auch kein Gutes Vorzeichen für den
Auftritt von UFO war), die auch lautstark die Titel mitsangen. Als dann
die älteren Titel vorgetragen wurden, war die Musik auch mehr nach
meinem Geschmack und es machte sogar richtig Spaß, Axxis zuzuschauen.
Denn eines muss man ihnen lassen, die wissen, wie man das Publikum
mitreißt und wie man ne Show abzieht. Der Sänger Bernhard Weiß ist ne
richtige Frontsau, der kaum mal einen Moment stillstehen konnte. Witzig
war auch, als sie die Dame aus der ersten Reihe auf die Bühne baten und
in den nächsten Titel mit einbezogen.
Eine Stunde haben Axxis gespielt, doch, es hat Spaß gemacht, auch wenn
ich mir trotzdem keine CD von Axxis kaufen würde.
Eine kurze Umbaupause später war es endlich soweit, das UFO setzte zur
Landung an. Ursprünglich war die Halle hinter dem Mischpult mit einem
Vorhang abgeteilt, mittlerweile war es aber so voll geworden, dass der
Vorhang entfernt wurde. Also doch volles Haus, die meisten UFO-Anhänger
hatten sich schlichtweg die Vorgruppe geschenkt.
Los ging es mit "Save Me", dem Opener des aktuellen Albums "The Visitor".
Auch wenn ich das Album jetzt nicht so überwältigend finde, der Titel
ging live schon mal gut ab.
Apropos live, die Besatzung des UFOs war leicht verändert im Gegensatz
zum bekannten Line Up. Gut, Vinnie Moore ist ja nun schon länger mit an
Bord, aber der Bassposten war neu besetzt: Da Pete Way derzeit
gesundheitsbedingt eine Auszeit nimmt und auch schon auf dem neuen Album
nicht zu hören ist, ist stattdessen Barry Sparks mit von der Partie. Der
hat unter anderem schon für Ted Nugent die dicken Saiten gezupft und hat
auf den vergangenen US-Tourneen für UFO schon an dieser Stelle
gestanden, als Pete Way Visa-Probleme hatte und nicht in die Staaten
einreisen durfte.
Die Fußstapfen eines Pete Way sind nun nicht gerade klein, da ist ja
nicht nur der Basspart, der übernommen werden muss, nein, auch der
Gesangspart ist nicht zu verachten. Aber das meisterte Barry Sparks ohne
Probleme, Hut ab! Es hat einfach nur Spaß gemacht, ihm beim Spielen
zuzusehen.
Die restlichen Besatzungsmitglieder des UFOs, Phil Mogg am Gesang, Andy
Parker am Schlagzeug und Paul Raymond an der Akustikgitarre sowie
Keyboard, sind dagegen alte Bekannte, die solide Basis sozusagen.
Wie es sich auf jedem Flugobjekt gehört, war die Besatzung ein
eingespieltes Team, was viel Spaß auf der Bühne hatte und das Publikum
begeistern konnte.
Es war unheimlich heiß in der Halle, es dauerte nicht lange, und bei
allen rann der Schweiß in Strömen, auch beim Publikum, nur Paul Raymond
schien das irgendwie nicht zu betreffen. Für Phil Mogg wurde dann vor
der Bühne ein Ventilator aufgebaut, obwohl der in seinem Kilt noch am
luftigsten von allen gekleidet war. Wer ihm aber auch immer zu dem Kilt
geraten hat, nächstes Mal doch besser wieder eine Hose raussuchen, das
steht ihm dann doch besser.
Aber mal von den Nebensächlichkeiten zurück zur Show: Die Songauswahl
beschränkte sich auf einige wenige Alben, was aber nichts Schlechtes
heißen soll, den die Titel waren richtig gut, zeitlich gut gemischt, so
dass auch neuere Titel zum Vortrag kamen, und allen kann man es eh nicht
recht machen.
Natürlich gab es Titel vom aktuellen Album, die Alben "Walk On Water"
und "You Are Here" waren mit Titeln wie "Mother Mary" oder "Daylight
Goes To Town" vertreten, aber natürlich gab es auch Titel von "No Heavy
Petting" ("I'm A Looser"), "Phenomenom", "Force It" ("This Kids") und
"Obsession". Als dann die Hitkiste aufgemacht wurde mit Titeln wie "Only
You Can Rock Me", "Lights Out" und "Rock Bottom" war die Halle endgültig
am Kochen. "Rock Bottom" war das absolute Highlight der Show, der Titel
wurde ungefähr 10 Minuten lang zelebriert und im Instrumentalteil konnte
man einmal mehr feststellen, was für hervorragende Instrumentalisten
hier am Werk waren. Das war ein perfektes Zusammenspiel, bei dem jeder
brillieren konnte, ohne dass es auch nur ansatzweise langatmig wurde!
Paul Raymonds Spagat zwischen Gitarre und Keyboard, teilweise sogar
gleichzeitig, war sehr sehenswert, und von Vinnie Moore bin ich immer
wieder begeistert, wie der die Schenkerschen Gitarrenlinien umsetzt,
ohne sie zu kopieren und ohne, dass die Titel dabei einbüßen.
Als Zugabe gab es dann noch "Doctor Doctor" und "Shoot Shoot", und nach
etwa 100 Minuten war dann Schluss. Es hätte wegen mir noch ewig so
weiter gehen können, aber so kaputt war ich nach einem Konzert schon
lange nicht mehr und ich glaube, so ging es mir nicht alleine!
Die Temperatur in der Halle war mittlerweile so hoch, dass die 22°C
draußen schon richtig kalt dagegen waren und die Luftfeuchte war so
hoch, dass sogar die Trennwände auf dem Klo beschlagen waren! Aber wenn
eine volle Halle zu so einer energiegeladen Performance abgeht, dann ist
das halt so.
Viele fühlten sich sicher wieder in ihre Jugend zurückversetzt, aber
auch die Titel des neuen Albums wurden ordentlich abgefeiert! Und ich
muss sagen, live gefallen mir die Titel wesentlich besser als auf CD,
und nach einem weiteren Durchlauf auf der Heimfahrt vom Konzert gefällt
mir die CD doch richtig gut. Erschöpft aber glücklich habe ich die
Heimfahrt angetreten, und eines weiß ich sicher, wenn ich wieder die
Möglichkeit habe, UFO zu sehen, dann bin ich dabei!
Ach ja, und ich bleib dabei ... Mann im Rock sieht komisch aus.
Text: Nadja Notzke |