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UFO
26. Juni 2009, Halle 101, Speyer

Als ich an der Halle 101 ankam, war der Parkplatz schon mächtig voll. Na wenn das mal kein gutes Zeichen für das anstehende Konzert ist, verdient hätten sie ein volles Haus alle mal!
In der Halle angekommen war es dann doch sehr übersichtlich, schade eigentlich.

Pünktlich um 20Uhr ging es dann los mit Axxis. Gut, die waren noch nie mein Fall, aber warum nicht auch mal ne Band gucken, die man jetzt nicht in die Favoritenliste einreiht. Das Publikum um mich rum bestand überwiegend aus Axxis-Fans (was auch kein Gutes Vorzeichen für den Auftritt von UFO war), die auch lautstark die Titel mitsangen. Als dann die älteren Titel vorgetragen wurden, war die Musik auch mehr nach meinem Geschmack und es machte sogar richtig Spaß, Axxis zuzuschauen. Denn eines muss man ihnen lassen, die wissen, wie man das Publikum mitreißt und wie man ne Show abzieht. Der Sänger Bernhard Weiß ist ne richtige Frontsau, der kaum mal einen Moment stillstehen konnte. Witzig war auch, als sie die Dame aus der ersten Reihe auf die Bühne baten und in den nächsten Titel mit einbezogen.
Eine Stunde haben Axxis gespielt, doch, es hat Spaß gemacht, auch wenn ich mir trotzdem keine CD von Axxis kaufen würde.

Eine kurze Umbaupause später war es endlich soweit, das UFO setzte zur Landung an. Ursprünglich war die Halle hinter dem Mischpult mit einem Vorhang abgeteilt, mittlerweile war es aber so voll geworden, dass der Vorhang entfernt wurde. Also doch volles Haus, die meisten UFO-Anhänger hatten sich schlichtweg die Vorgruppe geschenkt.
Los ging es mit "Save Me", dem Opener des aktuellen Albums "The Visitor". Auch wenn ich das Album jetzt nicht so überwältigend finde, der Titel ging live schon mal gut ab.
Apropos live, die Besatzung des UFOs war leicht verändert im Gegensatz zum bekannten Line Up. Gut, Vinnie Moore ist ja nun schon länger mit an Bord, aber der Bassposten war neu besetzt: Da Pete Way derzeit gesundheitsbedingt eine Auszeit nimmt und auch schon auf dem neuen Album nicht zu hören ist, ist stattdessen Barry Sparks mit von der Partie. Der hat unter anderem schon für Ted Nugent die dicken Saiten gezupft und hat auf den vergangenen US-Tourneen für UFO schon an dieser Stelle gestanden, als Pete Way Visa-Probleme hatte und nicht in die Staaten einreisen durfte.
Die Fußstapfen eines Pete Way sind nun nicht gerade klein, da ist ja nicht nur der Basspart, der übernommen werden muss, nein, auch der Gesangspart ist nicht zu verachten. Aber das meisterte Barry Sparks ohne Probleme, Hut ab! Es hat einfach nur Spaß gemacht, ihm beim Spielen zuzusehen.
Die restlichen Besatzungsmitglieder des UFOs, Phil Mogg am Gesang, Andy Parker am Schlagzeug und Paul Raymond an der Akustikgitarre sowie Keyboard, sind dagegen alte Bekannte, die solide Basis sozusagen.
Wie es sich auf jedem Flugobjekt gehört, war die Besatzung ein eingespieltes Team, was viel Spaß auf der Bühne hatte und das Publikum begeistern konnte.

Es war unheimlich heiß in der Halle, es dauerte nicht lange, und bei allen rann der Schweiß in Strömen, auch beim Publikum, nur Paul Raymond schien das irgendwie nicht zu betreffen. Für Phil Mogg wurde dann vor der Bühne ein Ventilator aufgebaut, obwohl der in seinem Kilt noch am luftigsten von allen gekleidet war. Wer ihm aber auch immer zu dem Kilt geraten hat, nächstes Mal doch besser wieder eine Hose raussuchen, das steht ihm dann doch besser.

Aber mal von den Nebensächlichkeiten zurück zur Show: Die Songauswahl beschränkte sich auf einige wenige Alben, was aber nichts Schlechtes heißen soll, den die Titel waren richtig gut, zeitlich gut gemischt, so dass auch neuere Titel zum Vortrag kamen, und allen kann man es eh nicht recht machen.
Natürlich gab es Titel vom aktuellen Album, die Alben "Walk On Water" und "You Are Here" waren mit Titeln wie "Mother Mary" oder "Daylight Goes To Town" vertreten, aber natürlich gab es auch Titel von "No Heavy Petting" ("I'm A Looser"), "Phenomenom", "Force It" ("This Kids") und "Obsession". Als dann die Hitkiste aufgemacht wurde mit Titeln wie "Only You Can Rock Me", "Lights Out" und "Rock Bottom" war die Halle endgültig am Kochen. "Rock Bottom" war das absolute Highlight der Show, der Titel wurde ungefähr 10 Minuten lang zelebriert und im Instrumentalteil konnte man einmal mehr feststellen, was für hervorragende Instrumentalisten hier am Werk waren. Das war ein perfektes Zusammenspiel, bei dem jeder brillieren konnte, ohne dass es auch nur ansatzweise langatmig wurde! Paul Raymonds Spagat zwischen Gitarre und Keyboard, teilweise sogar gleichzeitig, war sehr sehenswert, und von Vinnie Moore bin ich immer wieder begeistert, wie der die Schenkerschen Gitarrenlinien umsetzt, ohne sie zu kopieren und ohne, dass die Titel dabei einbüßen.
Als Zugabe gab es dann noch "Doctor Doctor" und "Shoot Shoot", und nach etwa 100 Minuten war dann Schluss. Es hätte wegen mir noch ewig so weiter gehen können, aber so kaputt war ich nach einem Konzert schon lange nicht mehr und ich glaube, so ging es mir nicht alleine!
Die Temperatur in der Halle war mittlerweile so hoch, dass die 22°C draußen schon richtig kalt dagegen waren und die Luftfeuchte war so hoch, dass sogar die Trennwände auf dem Klo beschlagen waren! Aber wenn eine volle Halle zu so einer energiegeladen Performance abgeht, dann ist das halt so.
Viele fühlten sich sicher wieder in ihre Jugend zurückversetzt, aber auch die Titel des neuen Albums wurden ordentlich abgefeiert! Und ich muss sagen, live gefallen mir die Titel wesentlich besser als auf CD, und nach einem weiteren Durchlauf auf der Heimfahrt vom Konzert gefällt mir die CD doch richtig gut. Erschöpft aber glücklich habe ich die Heimfahrt angetreten, und eines weiß ich sicher, wenn ich wieder die Möglichkeit habe, UFO zu sehen, dann bin ich dabei!

Ach ja, und ich bleib dabei ... Mann im Rock sieht komisch aus.


Text: Nadja Notzke