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Seit ich
seine akustische Biographie gehört habe, bestand bei mir der Wunsch, Ken
Hensley einmal live zu sehen. Und nachdem das letzte Uriah Heep-Konzert
im November so ein Reinfall war, war der Wunsch umso größer!
Als dann die Termine in den Niederlanden auftauchten, waren die
Planungen dafür auch ganz schnell gemacht und die Vorfreude groß.
Am Nachmittag ging es dann endlich los, durch den Freitagsverkehr immer
weiter Richtung Westen. So wie die Reststrecke abnahm, wuchs die
Vorfreude aufs Konzert. Und nicht nur aufs Konzert, schließlich hatte
ich ja noch eine Interview-Zusage in der Tasche!
Angekommen in Weert haben wir uns erstmal durchgefragt, wir wollten das
Interview eigentlich gerne vor dem Konzert machen. Aber Ken Hensley war
schon wieder im Hotel. Na gut, dann eben hinterher. Jetzt noch schnell
was Essbares organisiert in der Weerter Innenstadt, ein schönes
Städtchen übrigens. Pünktlich zum Beginn waren wir wieder zurück.
Den Anfang machte die niederländische Band Velvet Johnson. Sie spielten
eine schöne Mischung aus eigenen Titeln und Klassikern der
Rockgeschichte. Das Ganze mit viel Druck und ordentlich Saft in der
Stimme. Leider fehlten uns ein paar Ohrwürmer, irgendwas eingängiges,
deswegen waren wir dann auch dankbar, als sie fertig waren.
Nach einer kurzen Umbaupause war es dann endlich soweit: Das Licht ging
aus, die Musik auch, und ein groß gewachsener Mann mit wallender Mähne
nahm hinter der Hammond Orgel Platz: Ken Hensley! Die Freude im Publikum
war groß! Unsere auch! Es ging gleich mit einem ausgedehnten Intro auf
der Hammond Orgel los, Ken hielt es dabei kaum auf seinem Platz. Viel
war von ihm ja nicht zu sehen, da ihn sein Instrument verdeckte, aber
was er mit seinen Beinen anstellte, lies gute Rückschlüsse zu! Ja, hier
war viel Ekstase und Spielfreude am Werk, so soll es sein!
Wenig später gesellte sich die Band dazu und es ging nahtlos weiter mit
dem ersten Titel von Uriah Heep. Kein Vergleich zur eben genannten Band!
Da war soviel Energie auf der Bühne, die sich natürlich sofort auf das
Publikum übertragen hat. Viele waren nicht da, aber die etwa 90 Leute
machten eine Stimmung, die Uriah Heep zuletzt nicht erreichen konnte. Da
wurde lauthals mitgesungen, nicht ein Titel, von dem der Text nicht
bekannt war, es herrschte die allerbeste Stimmung!
Wir bekamen einen schönen Querschnitt durch die Hits von Uriah Heep und
Kens letztem Album "Blood on the Highway". Ein paar Titel aus seinen
anderen Solo-Alben hätte ich mir noch gewünscht, aber man kann eben
nicht alles haben. Aber auch so waren wir mit der Titelauswahl mehr als
zufrieden. Die Heep-Songs waren gefüllt mit einer Energie und
Virtuosität, wie ich sie bei Heep selber schon lange nicht mehr erlebt
habe, und die eigenen Titel standen dem in nichts nach. Wobei das
eigentlich der falsche Ausdruck ist, denn es sind ja alles Titel von Ken
Hensley.
Fragen und Zurufe aus dem Publikum wurden sofort auf der Bühne
beantwortet, das ist doch mal Fan-Nähe! So hat es allen wahnsinnig Spaß
gemacht, den Musikern wie auch dem Publikum. Hier waren Musiker am Werk,
die Konzerte geben, weil es ihnen Spaß macht, und nicht, weil es ihr
Beruf ist. Diese Energie auf der Bühne war Wahnsinn, die Stimmung im
Publikum ebenso. Hier kamen alle auf ihre Kosten.
Für zwei Titel griff Ken Hensley auch selber zur Gitarre, und das
Konzert erreichte mit einer Reihe von Heep-Klassikern schließlich seinen
Höhepunkt. Als Zugabe gab's dann noch Gypsy obendrauf und nach knapp
zwei Stunden schließlich war es leider schon wieder vorbei. Wegen mir
hätte es noch eine Weile so weiter gehen können!
Setlist:
Intro
You've Got It
Brown Eyed Boy
Just The Beginning
Circle Of Hands
July Morning
Blood On The Highway
The Wizard
Sweet Freedom
We're On Our Way
The Last Dance
Stealin'
Easy Livin'
Lady In Black
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Gypsy
Nach dem Konzert fand sich dann auch Zeit für mein Interview, dabei
durfte ich Ken Hensley als sympathischen, aufgeschlossen Mann
kennenlernen, der durchaus auch für einen Scherz zu haben war. Kurz
gesagt, wir hatten viel Spaß dabei! Das Interview kann man übrigens auch
hier nachlesen!
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