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Ken Hensley & Live Fire
29. Mai 2009,
De Bosuil, Weert (NL)

Seit ich seine akustische Biographie gehört habe, bestand bei mir der Wunsch, Ken Hensley einmal live zu sehen. Und nachdem das letzte Uriah Heep-Konzert im November so ein Reinfall war, war der Wunsch umso größer!
Als dann die Termine in den Niederlanden auftauchten, waren die Planungen dafür auch ganz schnell gemacht und die Vorfreude groß.

Am Nachmittag ging es dann endlich los, durch den Freitagsverkehr immer weiter Richtung Westen. So wie die Reststrecke abnahm, wuchs die Vorfreude aufs Konzert. Und nicht nur aufs Konzert, schließlich hatte ich ja noch eine Interview-Zusage in der Tasche!

Angekommen in Weert haben wir uns erstmal durchgefragt, wir wollten das Interview eigentlich gerne vor dem Konzert machen. Aber Ken Hensley war schon wieder im Hotel. Na gut, dann eben hinterher. Jetzt noch schnell was Essbares organisiert in der Weerter Innenstadt, ein schönes Städtchen übrigens. Pünktlich zum Beginn waren wir wieder zurück.

Den Anfang machte die niederländische Band Velvet Johnson. Sie spielten eine schöne Mischung aus eigenen Titeln und Klassikern der Rockgeschichte. Das Ganze mit viel Druck und ordentlich Saft in der Stimme. Leider fehlten uns ein paar Ohrwürmer, irgendwas eingängiges, deswegen waren wir dann auch dankbar, als sie fertig waren.

Nach einer kurzen Umbaupause war es dann endlich soweit: Das Licht ging aus, die Musik auch, und ein groß gewachsener Mann mit wallender Mähne nahm hinter der Hammond Orgel Platz: Ken Hensley! Die Freude im Publikum war groß! Unsere auch! Es ging gleich mit einem ausgedehnten Intro auf der Hammond Orgel los, Ken hielt es dabei kaum auf seinem Platz. Viel war von ihm ja nicht zu sehen, da ihn sein Instrument verdeckte, aber was er mit seinen Beinen anstellte, lies gute Rückschlüsse zu! Ja, hier war viel Ekstase und Spielfreude am Werk, so soll es sein!

Wenig später gesellte sich die Band dazu und es ging nahtlos weiter mit dem ersten Titel von Uriah Heep. Kein Vergleich zur eben genannten Band! Da war soviel Energie auf der Bühne, die sich natürlich sofort auf das Publikum übertragen hat. Viele waren nicht da, aber die etwa 90 Leute machten eine Stimmung, die Uriah Heep zuletzt nicht erreichen konnte. Da wurde lauthals mitgesungen, nicht ein Titel, von dem der Text nicht bekannt war, es herrschte die allerbeste Stimmung!

Wir bekamen einen schönen Querschnitt durch die Hits von Uriah Heep und Kens letztem Album "Blood on the Highway". Ein paar Titel aus seinen anderen Solo-Alben hätte ich mir noch gewünscht, aber man kann eben nicht alles haben. Aber auch so waren wir mit der Titelauswahl mehr als zufrieden. Die Heep-Songs waren gefüllt mit einer Energie und Virtuosität, wie ich sie bei Heep selber schon lange nicht mehr erlebt habe, und die eigenen Titel standen dem in nichts nach. Wobei das eigentlich der falsche Ausdruck ist, denn es sind ja alles Titel von Ken Hensley.

Fragen und Zurufe aus dem Publikum wurden sofort auf der Bühne beantwortet, das ist doch mal Fan-Nähe! So hat es allen wahnsinnig Spaß gemacht, den Musikern wie auch dem Publikum. Hier waren Musiker am Werk, die Konzerte geben, weil es ihnen Spaß macht, und nicht, weil es ihr Beruf ist. Diese Energie auf der Bühne war Wahnsinn, die Stimmung im Publikum ebenso. Hier kamen alle auf ihre Kosten.

Für zwei Titel griff Ken Hensley auch selber zur Gitarre, und das Konzert erreichte mit einer Reihe von Heep-Klassikern schließlich seinen Höhepunkt. Als Zugabe gab's dann noch Gypsy obendrauf und nach knapp zwei Stunden schließlich war es leider schon wieder vorbei. Wegen mir hätte es noch eine Weile so weiter gehen können!

Setlist:

Intro
You've Got It
Brown Eyed Boy
Just The Beginning
Circle Of Hands
July Morning
Blood On The Highway
The Wizard
Sweet Freedom
We're On Our Way
The Last Dance
Stealin'
Easy Livin'
Lady In Black
--------------
Gypsy

Nach dem Konzert fand sich dann auch Zeit für mein Interview, dabei durfte ich Ken Hensley als sympathischen, aufgeschlossen Mann kennenlernen, der durchaus auch für einen Scherz zu haben war. Kurz gesagt, wir hatten viel Spaß dabei! Das Interview kann man übrigens auch hier nachlesen!