|
Pünktlich
zum Einlass eine Stunde vor Konzertbeginn bin ich beim HR angekommen. Im
Moment bin ich der erste Zuhörer, der den Großen Sendesaal des HR
betritt. Erst über eine halbe Stunde später füllt sich der Saal
langsam. Das ist aber nicht weiter verwunderlich, denn das Konzert ist
bestuhlt und keiner muss sich einen guten Platz sichern. Etwa 10 Minuten
vor Konzertbeginn haben die letzten der etwa 950 Konzertbesucher ihre
Plätze eingenommen. Einige Minuten nach halb Acht wurde es dunkel im
Saal. Nun sollte das Konzert losgehen..... sollte, denn zunächst
passierte nichts. Die Zuschauer fingen an rhythmisch zu Klatschen und
riefen nach Henni, ein paar besonders ungeduldige forderten schon die
ersten Zugaben. Mit 10 Minuten Verspätung betrat dann Jörg Bombach vom
Hessischen Rundfunk die Bühne, um das Konzert anzukündigen und einige
Minuten später betritt dann Henni Nachtsheim die Bühne, um seinen
Introsong zu singen. Natürlich bringt uns Henni auch dieses Mal wieder
die Ratschläge der Oma seines Freundes auf musikalische Art und Weise
näher. Anschließend kam dann auch Hennis Band bestehend aus Almut
Ritter, Lea Büser, Ali Neander, Frowin Ickler, Oli Rubow und Martin
Johnson auf die Bühne. Im Laufe des Abends sollten sie noch durch
verschiedene Gäste unterstützt werden.
Zuerst aber begann in "Normalbesetzung" das eigentliche
Konzert. Als erstes kam der Titelsong des neuen Albums "...dann
tanzt die Omma mit George Clooney!". Danach bedauerte Henni, dass
Sasha wegen einer Nominierung für den Comet und dem damit verbundenen
kurzfristigen Auftritt leider absagen musste und da auch Anke Engelke
absagen musste und der Hesse an sich ja eher skeptisch ist, hätte Henni
wohl auch gleich noch Jimi Hendrix als Gast ankündigen können. Damit
sich die Zuschauer aber nicht veräppelt vorkamen, fuhr Henni mit Almut
und Ali zwei Tage vor dem Konzert zu Anke Engelke, um das geplante Duett
aufzunehmen. Dies wurde nur als Video an die Wand hinter der Bühne
projiziert. Anke zeigt sich zwar gewohnt komisch, aber auch ungewohnt
textunsicher, sie brachte einfach "Alles Durcheinander". Ihre
ersten beiden Duettvorschläge waren "Bohemian Rhapsody" und
irgendwas von Shakira, was aber beides natürlich nicht vom Henni ist,
aber auch bei "Alles Durcheinander" war sie (gewollt?)
textunsicher und dichtete mal eben die letzte Strophe und den
Schlussrefrain um.
Als erster wirklicher Gast kam danach Jakob Hansonis, seines Zeichens
Gitarrist der Grönemeyer-Band und langjähriger Freund von Henni.
Zusammen spielte man die Songs "Spams, Spams, Spams" sowie
"Wette verloren". Der nächste Gast war Wolf Maahn, der wohl
neben Gerd Knebel mit dem meisten Applaus bedacht wurde. Mit Wolf Maahn
als zusätzlichem Gitarrist spielte man den Song "Bleib noch
hier", ein Lied von Wolf Maahn, dass Henni Nachtsheim als Gast auf
Maahns Live-Album "Direkt ins Blut 2" bereits gesungen hat.
Danach verließen Henni und Band die Bühne und Wolf Maahn spielte
alleine seinen wohl bekanntesten Song: "Rosen im Asphalt" und
auch hier war das Publikum durchaus textsicher. Anschließend kam die
Band zurück und Wolf Maahn verließ unter Applaus die Bühne. Als
nächstes Lied stand "George Best" in der Setlist. Mal wieder
ganz ohne Gäste, dafür mit einem Einspieler britischer Moderationen zu
Treffern des ehemaligen nordirischen Kickers. Danach kam mit "So
oder so" schließlich der erste Song von Hennis ehemaliger Band,
den Rodgau Monotones.
Und schon ging es weiter mit den Gästen. Als nächstes war Hennis
Badesalz-Partner Gerd Knebel dran, der natürlich frenetisch begrüßt
wurde. Zusammen spielten sie "Irgendwas fehlt immer". Danach
verließ die Band wie bereits bei Wolf Maahn wieder die Bühne und Gerd
Knebel kündigte ein "Gesundheitslied" an, bei dem die
Zuschauer beim Headbangen die Nackenmuskeln gut trainieren könnten. Das
Lied entpuppte sich schnell als ultraschnelle Comedy-Version von "Give
me some loving'" der Spencer Davis Group. Gerd teilte das Publikum
in Gruppen ein, die für den Grundrhythmus des Songs sorgen mussten und
jeder war zum Mitmachen aufgefordert. Für den nächsten Song war eine
kleine Pause notwendig, die uns Henni mit einer kurzen Einführung in
die Froschkunde verkürzte, so weiß der Zuhörer nun, dass die
Froschlurche in Frösche, Unken und Kröten unterteilt werden und diese
wiederum weiter unterteilt werden. Grund für diese Pause ist der Song
"Der kleine Singfrosch", für den sich Sängerin Lea Büser
ein Froschkostüm anziehen musste. Henni hatte Lea für die Wahl ihres
Kostüms frei Hand gelassen, was sich aber laut Henni als größter
Fehler in der Bandgeschichte herausstellen sollte.
Der nächste Gast ist dann Philipp Poisel, ein junger Musiker, der 2008
sein erstes Album veröffentlicht hat und dem Publikum erzählte, wie er
als Junge durch einen Schulfreund auf Badesalz aufmerksam wurde und nun
ein wenig ehrfürchtig neben einem der beiden auf der Bühne steht.
Zuerst spielt man "Nordic Walking", ein Lied bei dem sich
Henni über die Eleganz seines "Lieblingssports" äußert,
bevor danach Philipp Poisel mit Teilen der Band (Oli Rubow und Frowin
Ickler) sowie seinem eigenen Gitarristen seine erste Single "Wo
fängt dein Himmel an" spielt. Auch Poisel wird mit viel Applaus
bedacht. Danach kam das "Anti-Teufel-Lied" bevor sich Henni
mal wieder seinen ganz großen Traum erfüllen ließ und ihm bei "I
swear" sämtliche Frauenherzen zuflogen. Außer dem Refrain blieb
aber nicht mehr viel übrig von diesem Lied der Boygroup All-4-One, da
Henni um den Refrain herum eine komplett neue Melodie und auch komplett
neuen Text geschrieben hatte.
Weiter ging's mit Willy Astor und dem Lied "...ist nicht böse
gemeint!". Dies wurde in kleiner Bandbesetzung mit Henni, Ali
Neander, Almut Ritter und natürlich Willy Astor dargeboten. Nach dem
Lied war dann Willy Solo dran. Er erzählte erst mal wie er als
Münchner zu dieser Einladung gekommen ist. Vor einigen Jahren war er
als "Vorband" für Badesalz auf Tour und hat die beiden so
beeindruckt, dass Henni ihn eingeladen hat. Quasi als Dank für diese
Zeit als Badesalz-Vorband hat Willy dann eine "Hymne für die
Hessen" geschrieben, allerdings macht er sich dann in seinem Titel
"Hammämäßisch Hessisch" doch ziemlich lustig über die
hessische Mundart. Nun folgte laut Henni der Höhepunkt des Konzertes.
Henni hatte sich als großer Fan der Frankfurter Eintracht einige
Spieler des Vereins als Background-Chor eingeladen, um gemeinsam
"Herz rotschwarz gestreift" zu spielen. Allerdings waren die
meisten Spieler dann doch schon im Urlaub, so dass fünf Aufrechte
(unter ihnen Jürgen Grabowski und Uwe Bindewald) als Chor übrig
blieben. Über die gesanglichen Qualitäten muss man nicht weiter reden,
aber es war trotzdem ein großer Spaß für alle. Nun ging es zum
Endspurt. Die letzten beiden Lieder waren "Ocker" und
"Kauft kein Brot bei beleidigten Bäckerfrauen" von Hennis
ersten Album. Beim letzten Lied gab's dann Standing Ovations und alle
Gäste kamen nach dem Lied noch mal auf die Bühne, um sich zu
verabschieden.
Doch wer gedacht hatte, das Konzert wäre nun vorbei, der irrt sich,
denn so einfach wollte das Publikum Henni und die Band natürlich nicht
gehen lassen. Also kamen Henni und die Band noch mal auf die Bühne um
drei Zugaben zu spielen. Als aller erstes stellte jedoch Henni seine
Band im Detail vor. Henni erklärte auch gleich warum er so viele
Schwaben in der Band hat, die sind eben einfach billiger. Als erste
Zugabe kam dann "Wie säh das aus?" vom ersten Album. Danach
folgten noch zwei Klassiker der Rodgau Monotones. Zuerst "Der
kleine Pirat" und anschließend eins von Hennis Lieblingsliedern
"Is' nur Kino". Bei beiden zeigte sich das Publikum wieder
extrem textsicher und danach war nach insgesamt drei Stunden Konzert
kombiniert mit Stand-Up-Comedy nun wirklich endgültig Schluss.
Nach einem kurzen Abstecher zum Mechandising-Stand, das neue Album
musste schließlich noch gekauft werden, verließ ich gut gelaunt den
Hessischen Rundfunk. Es war ein prima Konzert und hoffentlich macht der
HR die Ankündigung von Jörg Bombach wahr und veröffentlich das
Konzert auf DVD. Zumindest ein Käufer ist ihnen sicher, aber es würden
bestimmt viel mehr als nur ich kaufen....
Setlist:
Anmoderation Jörg Bombach
Introsong Henni
...dann tanzt die Omma mit George Clooney!
Videoeinspielung Anke Engelke / Alles Durcheinander
Anmoderation Jakob Hansonis
Spams, Spams, Spams
Wette verloren
Anmoderation Wolf Maahn
Bleib noch hier
Wolf Maahn Solo / Rosen im Asphalt
George Best
So oder so
Anmoderation Gerd Knebel
Irgendwas fehlt immer
Gerd Knebel Solo / Give me some lovin'
Anmoderation Kleine Froschkunde
Der kleine Singfrosch
Anmoderation Philipp Poisel
Nordic Walking
Philipp Poisel Solo / Wo fängt dein Himmel an
Anti-Teufel-Lied
I swear
Anmoderation Willy Astor
...ist nicht böse gemeint!
Willy Astor Solo / Hammämäßisch Hessisch
Anmoderation Eintracht Frankfurt
Herz rotschwarz gestreift
Ocker
Kauft kein Brot bei beleidigten Bäckerfrauen
Zugaben:
Wie säh das aus?
Der kleine Pirat
Is' nur Kino
Text: Wolfram Schenck |