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Henni Nachtsheim & die Band
29. Mai 2009, Großer Sendesaal des Hessischen Rundfunks, Frankfurt

Pünktlich zum Einlass eine Stunde vor Konzertbeginn bin ich beim HR angekommen. Im Moment bin ich der erste Zuhörer, der den Großen Sendesaal des HR betritt. Erst über eine halbe Stunde später füllt sich der Saal langsam. Das ist aber nicht weiter verwunderlich, denn das Konzert ist bestuhlt und keiner muss sich einen guten Platz sichern. Etwa 10 Minuten vor Konzertbeginn haben die letzten der etwa 950 Konzertbesucher ihre Plätze eingenommen. Einige Minuten nach halb Acht wurde es dunkel im Saal. Nun sollte das Konzert losgehen..... sollte, denn zunächst passierte nichts. Die Zuschauer fingen an rhythmisch zu Klatschen und riefen nach Henni, ein paar besonders ungeduldige forderten schon die ersten Zugaben. Mit 10 Minuten Verspätung betrat dann Jörg Bombach vom Hessischen Rundfunk die Bühne, um das Konzert anzukündigen und einige Minuten später betritt dann Henni Nachtsheim die Bühne, um seinen Introsong zu singen. Natürlich bringt uns Henni auch dieses Mal wieder die Ratschläge der Oma seines Freundes auf musikalische Art und Weise näher. Anschließend kam dann auch Hennis Band bestehend aus Almut Ritter, Lea Büser, Ali Neander, Frowin Ickler, Oli Rubow und Martin Johnson auf die Bühne. Im Laufe des Abends sollten sie noch durch verschiedene Gäste unterstützt werden.

Zuerst aber begann in "Normalbesetzung" das eigentliche Konzert. Als erstes kam der Titelsong des neuen Albums "...dann tanzt die Omma mit George Clooney!". Danach bedauerte Henni, dass Sasha wegen einer Nominierung für den Comet und dem damit verbundenen kurzfristigen Auftritt leider absagen musste und da auch Anke Engelke absagen musste und der Hesse an sich ja eher skeptisch ist, hätte Henni wohl auch gleich noch Jimi Hendrix als Gast ankündigen können. Damit sich die Zuschauer aber nicht veräppelt vorkamen, fuhr Henni mit Almut und Ali zwei Tage vor dem Konzert zu Anke Engelke, um das geplante Duett aufzunehmen. Dies wurde nur als Video an die Wand hinter der Bühne projiziert. Anke zeigt sich zwar gewohnt komisch, aber auch ungewohnt textunsicher, sie brachte einfach "Alles Durcheinander". Ihre ersten beiden Duettvorschläge waren "Bohemian Rhapsody" und irgendwas von Shakira, was aber beides natürlich nicht vom Henni ist, aber auch bei "Alles Durcheinander" war sie (gewollt?) textunsicher und dichtete mal eben die letzte Strophe und den Schlussrefrain um.

Als erster wirklicher Gast kam danach Jakob Hansonis, seines Zeichens Gitarrist der Grönemeyer-Band und langjähriger Freund von Henni. Zusammen spielte man die Songs "Spams, Spams, Spams" sowie "Wette verloren". Der nächste Gast war Wolf Maahn, der wohl neben Gerd Knebel mit dem meisten Applaus bedacht wurde. Mit Wolf Maahn als zusätzlichem Gitarrist spielte man den Song "Bleib noch hier", ein Lied von Wolf Maahn, dass Henni Nachtsheim als Gast auf Maahns Live-Album "Direkt ins Blut 2" bereits gesungen hat. Danach verließen Henni und Band die Bühne und Wolf Maahn spielte alleine seinen wohl bekanntesten Song: "Rosen im Asphalt" und auch hier war das Publikum durchaus textsicher. Anschließend kam die Band zurück und Wolf Maahn verließ unter Applaus die Bühne. Als nächstes Lied stand "George Best" in der Setlist. Mal wieder ganz ohne Gäste, dafür mit einem Einspieler britischer Moderationen zu Treffern des ehemaligen nordirischen Kickers. Danach kam mit "So oder so" schließlich der erste Song von Hennis ehemaliger Band, den Rodgau Monotones.

Und schon ging es weiter mit den Gästen. Als nächstes war Hennis Badesalz-Partner Gerd Knebel dran, der natürlich frenetisch begrüßt wurde. Zusammen spielten sie "Irgendwas fehlt immer". Danach verließ die Band wie bereits bei Wolf Maahn wieder die Bühne und Gerd Knebel kündigte ein "Gesundheitslied" an, bei dem die Zuschauer beim Headbangen die Nackenmuskeln gut trainieren könnten. Das Lied entpuppte sich schnell als ultraschnelle Comedy-Version von "Give me some loving'" der Spencer Davis Group. Gerd teilte das Publikum in Gruppen ein, die für den Grundrhythmus des Songs sorgen mussten und jeder war zum Mitmachen aufgefordert. Für den nächsten Song war eine kleine Pause notwendig, die uns Henni mit einer kurzen Einführung in die Froschkunde verkürzte, so weiß der Zuhörer nun, dass die Froschlurche in Frösche, Unken und Kröten unterteilt werden und diese wiederum weiter unterteilt werden. Grund für diese Pause ist der Song "Der kleine Singfrosch", für den sich Sängerin Lea Büser ein Froschkostüm anziehen musste. Henni hatte Lea für die Wahl ihres Kostüms frei Hand gelassen, was sich aber laut Henni als größter Fehler in der Bandgeschichte herausstellen sollte.

Der nächste Gast ist dann Philipp Poisel, ein junger Musiker, der 2008 sein erstes Album veröffentlicht hat und dem Publikum erzählte, wie er als Junge durch einen Schulfreund auf Badesalz aufmerksam wurde und nun ein wenig ehrfürchtig neben einem der beiden auf der Bühne steht. Zuerst spielt man "Nordic Walking", ein Lied bei dem sich Henni über die Eleganz seines "Lieblingssports" äußert, bevor danach Philipp Poisel mit Teilen der Band (Oli Rubow und Frowin Ickler) sowie seinem eigenen Gitarristen seine erste Single "Wo fängt dein Himmel an" spielt. Auch Poisel wird mit viel Applaus bedacht. Danach kam das "Anti-Teufel-Lied" bevor sich Henni mal wieder seinen ganz großen Traum erfüllen ließ und ihm bei "I swear" sämtliche Frauenherzen zuflogen. Außer dem Refrain blieb aber nicht mehr viel übrig von diesem Lied der Boygroup All-4-One, da Henni um den Refrain herum eine komplett neue Melodie und auch komplett neuen Text geschrieben hatte.

Weiter ging's mit Willy Astor und dem Lied "...ist nicht böse gemeint!". Dies wurde in kleiner Bandbesetzung mit Henni, Ali Neander, Almut Ritter und natürlich Willy Astor dargeboten. Nach dem Lied war dann Willy Solo dran. Er erzählte erst mal wie er als Münchner zu dieser Einladung gekommen ist. Vor einigen Jahren war er als "Vorband" für Badesalz auf Tour und hat die beiden so beeindruckt, dass Henni ihn eingeladen hat. Quasi als Dank für diese Zeit als Badesalz-Vorband hat Willy dann eine "Hymne für die Hessen" geschrieben, allerdings macht er sich dann in seinem Titel "Hammämäßisch Hessisch" doch ziemlich lustig über die hessische Mundart. Nun folgte laut Henni der Höhepunkt des Konzertes. Henni hatte sich als großer Fan der Frankfurter Eintracht einige Spieler des Vereins als Background-Chor eingeladen, um gemeinsam "Herz rotschwarz gestreift" zu spielen. Allerdings waren die meisten Spieler dann doch schon im Urlaub, so dass fünf Aufrechte (unter ihnen Jürgen Grabowski und Uwe Bindewald) als Chor übrig blieben. Über die gesanglichen Qualitäten muss man nicht weiter reden, aber es war trotzdem ein großer Spaß für alle. Nun ging es zum Endspurt. Die letzten beiden Lieder waren "Ocker" und "Kauft kein Brot bei beleidigten Bäckerfrauen" von Hennis ersten Album. Beim letzten Lied gab's dann Standing Ovations und alle Gäste kamen nach dem Lied noch mal auf die Bühne, um sich zu verabschieden.

Doch wer gedacht hatte, das Konzert wäre nun vorbei, der irrt sich, denn so einfach wollte das Publikum Henni und die Band natürlich nicht gehen lassen. Also kamen Henni und die Band noch mal auf die Bühne um drei Zugaben zu spielen. Als aller erstes stellte jedoch Henni seine Band im Detail vor. Henni erklärte auch gleich warum er so viele Schwaben in der Band hat, die sind eben einfach billiger. Als erste Zugabe kam dann "Wie säh das aus?" vom ersten Album. Danach folgten noch zwei Klassiker der Rodgau Monotones. Zuerst "Der kleine Pirat" und anschließend eins von Hennis Lieblingsliedern "Is' nur Kino". Bei beiden zeigte sich das Publikum wieder extrem textsicher und danach war nach insgesamt drei Stunden Konzert kombiniert mit Stand-Up-Comedy nun wirklich endgültig Schluss. 

Nach einem kurzen Abstecher zum Mechandising-Stand, das neue Album musste schließlich noch gekauft werden, verließ ich gut gelaunt den Hessischen Rundfunk. Es war ein prima Konzert und hoffentlich macht der HR die Ankündigung von Jörg Bombach wahr und veröffentlich das Konzert auf DVD. Zumindest ein Käufer ist ihnen sicher, aber es würden bestimmt viel mehr als nur ich kaufen....

Setlist:
Anmoderation Jörg Bombach
Introsong Henni
...dann tanzt die Omma mit George Clooney!
Videoeinspielung Anke Engelke / Alles Durcheinander
Anmoderation Jakob Hansonis
Spams, Spams, Spams
Wette verloren
Anmoderation Wolf Maahn
Bleib noch hier
Wolf Maahn Solo / Rosen im Asphalt
George Best
So oder so
Anmoderation Gerd Knebel
Irgendwas fehlt immer
Gerd Knebel Solo / Give me some lovin'
Anmoderation Kleine Froschkunde
Der kleine Singfrosch
Anmoderation Philipp Poisel
Nordic Walking
Philipp Poisel Solo / Wo fängt dein Himmel an
Anti-Teufel-Lied
I swear
Anmoderation Willy Astor
...ist nicht böse gemeint!
Willy Astor Solo / Hammämäßisch Hessisch
Anmoderation Eintracht Frankfurt
Herz rotschwarz gestreift
Ocker
Kauft kein Brot bei beleidigten Bäckerfrauen

Zugaben:
Wie säh das aus?
Der kleine Pirat
Is' nur Kino


Text: Wolfram Schenck