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Henni Nachtsheim & Band
14. Februar 2009, Treffpunkt, Neu-Isenburg

Eine Stunde vor Konzertbeginn komme ich im Treffpunkt an und bereits jetzt ist es rappelvoll. Karten an der Abendkasse gibt es keine mehr und man muss sich regelrecht durch die Menschenmassen schieben. Zuerst begebe ich mich zur Theke, um eine Cola zu holen. Auf dem Weg dorthin begrüße ich den Gitarristen Ali Neander, der noch entspannt im Publikum sitzt und plaudert. Anschließend versuche ich einen möglichst guten Platz zu ergattern, was allerdings nicht besonders erfolgreich ist.

Man merkt sofort, dass dieser Abend ein ganz besonderes Konzert werden wird. Henni Nachtsheim ist schließlich nur wenige hundert Meter vom Treffpunkt aufgewachsen und war schon als Jugendlicher hier. Punkt 20:30 Uhr beginnt das Konzert. Henni betritt zunächst alleine die Bühne und begrüßt das Publikum mit einem A-Capella-Lied, das von von der Oma eines Freundes handelt, die ihm allerhand gute Tipps für den Auftritt gegeben hat. Bereits jetzt wird das Publikum zum Mitmachen animiert. Im Anschluss kommt auch Hennis Band auf die Bühne. Bevor es mit dem ersten Song vom neuen Album "... dann tanzt die Omma mit George Clooney" losgeht, begrüßt Henni noch ein paar bekannte Gesichter im Publikum.

Nun beginnt das eigentliche Konzert, falls man denn überhaupt von Konzert sprechen kann. Happening wäre vielleicht der bessere Begriff, denn Henni erzählt zwischen den einzelnen Liedern immer wieder einige  lustige Anekdoten, die den einen oder anderen dann doch etwas peinlich berühren, denn mancher war bei der einen oder anderen Geschichte dabei. Aber wie Henni selbst sagte, ist er eben Hesse und kann die Klappe deshalb nicht halten.

Anschließend spielte die Band alle elf Titel des neuen Albums, die wie schon beim ersten Album von den Banalitäten und Kuriositäten des Alltags handeln, so geht es diesmal um verlorene Wetten, eine bescheuert anzusehende Sportart, um die Tatsache, dass irgendwas immer fehlt oder vom Klingelton-Frosch, der bei Henni ungefragt einzieht. Bei letzterem Lied tritt Sängerin Lea Büser im Ganzkörper-Froschkostüm auf. Da sie dafür erst noch einige Zeit zum umziehen benötigt, gibt Henni dem Publikum erst mal einen detaillierten Einblick in die Familie der Froschlurche und erfährt so einiges über Grünfrösche, Braunfrösche, Laubfrösche, Unken und Kröten. Natürlich dürfen auch ein paar Songs vom ersten Album nicht fehlen und für die Sportfans sind die Hymnen der Frankfurt Lions (Kühler Kopf und hessisches Herz) sowie Eintracht Frankfurt (Herz rotschwarz gestreift) im Programm. Das Publikum zeigt sich sehr textsicher und singt auch bei den sehr eingängigen neuen Stücken schnell mit. Schließlich erfüllt sich Henni wieder mal seinen Jugendtraum und lässt sich von den weiblichen Fans wie eine Boyband bekreischen. passend dazu gibt es seine Version von "I swear", die aber bis auf den Refrain nichts mehr mit dem Lied von All-4-One zu tun hat.

Nach fast zwei Stunden soll dann Feierabend sein, aber da hat Henni natürlich die Rechnung ohne seine Fans gemacht. Die Band kommt zum ersten Zugabenteil wieder raus. Nun werden mit "Der kleine Pirat" und "So oder so" auch die ersten beiden Titel der Rodgau Monotones, wo Henni früher Sänger und Saxophonist war, gespielt. Nach insgesamt weiteren vier Titeln soll dann endgültig Feierabend sein, aber wieder geben die Fans keine Ruhe und klatschen unentwegt weiter bis die Band für weitere zwei Titel zum allerletzten Mal herauskommt. Das nun wirklich letzte Lied des Abends ist "Is' nur Kino". Henni kündigt es als ein Lied an, dass er sehr liebt und dass nun noch gespielt werden müsste, obwohl seine Stimme eigentlich schon kaputt ist. Auch ich liebe dieses Lied und mit meiner Stimme verhält es sich spätestens nach dem Lied genauso wie mit Hennis. Und so gehe ich nach einem der besten Konzerte, die ich je gesehen habe, gut gelaunt nach Hause. Da kann auch der leichte Nieselregen an diesem Abend nix dran ändern.

Text: Wolfram Schenck