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Frank Schöbel
29. November 2008, Weimarhalle Weimar

So langsam kommen auch die Ostmusiker in die Jahre, was aber nicht heißen soll, dass das schlecht ist! Immerhin kommen wir so regelmäßig in den Genuss von Jubiläen. Heuer ist auch Frank Schöbel mit einem Jubiläum dran, nämlich seinem 45-jährigen Bühnenjubiläum. Das feiert er aber nicht alleine, nein er spielt eine umfangreiche Tour, und Gäste hat er auch im Gepäck: seine Tochter Dominique und seine ehemalige Frau, Gesangs- und Filmpartnerin Chris Doerk.
Das bekommt man in der Zusammenstellung natürlich nicht alle Tage, und so folgen landauf landab viele Fans seiner Einladung, mit ihm zu feiern. Lediglich in Weimar scheinen die Schlagerfans nicht ganz so zahlreich vertreten zu sein, lediglich ungefähr 600 Leute haben sich auf den Weg gemacht. Aber die Anzahl ist eigentlich Nebensache, denn wie singt Frank Schöbel so schön? "Die Fans sind eine Macht, wer keine hat, Gut Nacht, und sind es auch nur sieben oder acht, es sind Fans und Fans sind eine Macht."
Und den Fans, überwiegend im Seniorenalter, hat's verdammt gut gefallen, lautstark wurde mitgesungen und mitgeklatscht. Plattencover wurden hochgehalten, womit die Wunschtitel signalisiert wurden, und am Ende sind alle aufgestanden und nach vorne zur Bühne gekommen. Aber mal von Anfang an:
So ein Jubiläum kann man ja nicht planlos angehen, und so lud Frank Schöbel mit "Lass es einmal richtig krachen" zur Party ein, um danach mit dem Zuschauer auf eine musikalische Zeitreise zu gehen. Etwa chronologisch führte er durch seine Karriere, die größten Hits gab's dabei zu hören, das ganze gewürzt mit zahlreichen Anekdoten aus seinem Leben. Wer kennt ihn nicht, den Film "Heißer Sommer"? Das Titellied daraus durfte natürlich genauso wenig fehlen wie der Beitrag beim Festival in Japan "Die Sprache der Liebe ist leis". Dass Frank Schöbel keineswegs altbacken oder eingestaubt ist, hat er sehr amüsant bewiesen, indem er den Titel noch einmal in einer modernen Version gespielt hat. Verkleidet mit Langhaarperücke und Basecap, diese Aufmachung erinnerte etwas an Quaster von den Puhdys, kommt er auf die Bühne und "singt" das Lied zu einem Metal-Sound, der stark an "Wut will nicht sterben" von den Puhdys angelehnt ist. "Ist er weg?" fragt er, als er später wieder als Frank auf die Bühne kommt.
Wenig später dann das erste Highlight des Abends: er kündigt seine Tochter Dominique an, die dann Titel aus ihrem eben fertig gestellten Album zum Besten gibt. Talent ist eben doch vererbbar! Mit "Komm wir malen eine Sonne" geht es dann auch gleich weiter, gefolgt vom Omega-Cover "Schreib es mir in den Sand". Und nachdem er den Weg vom Nordpol zum Südpol zu Fuß zurückgelegt hat, gibt es eine kleine Pause, denn "draußen gibt's Sekt und Brause". Die Zuschauer in den ersten Reihen kamen voll auf ihre Kosten, denn Frank Schöbel bezog sie quasi mit ins Programm ein. So wurden nach der Pause erst einmal die Fußballergebnisse von Jena, Erfurt und Cottbus ausgetauscht, bevor es mit "Der Fußball ist rund" in den zweiten Teil des Abends ging.
"Wir brauchen keine Lügen mehr", es ist immer wieder erstaunlich, dass manche Titel von damals heute aktueller sind denn je... Wieder erscheint Dominique auf der Bühne, diesmal um die Geschichte eines Koffers zu erzählen. Und dann kommt der Moment, auf den viele schon gewartet haben, sie singt einen Titel aus ihrer Feder gemeinsam mit ihrem Papa. Das Lied "Mit mir könn'ses ja machen" mit typischer Verkleidung und ein Medley, das die Zeitepoche musikalisch abrundet, leiten über zum nächsten Höhepunkt des Abends. Denn jetzt kommt die Frau, mit der er seit 35 Jahren nicht mehr auf der Bühne gestanden hat: Chris Doerk. Sie singt einige Titel alleine, bevor die beiden mit Duetten wie "Links von mir" nach langer Zeit wieder gemeinsam auf der Bühne stehen, ein Augenblick, dem viele im Publikum wahrscheinlich entgegengefiebert haben.
Nachdem er seine Band vorgestellt hat, verabschiedet er sich mit dem eingangs schon erwähnten Titel "Die Fans sind eine Macht" von seinem Publikum in Weimar. Dem hat es so gut gefallen, dass es aufstand und klatschend nach mehr verlangte. Und das sollte es auch bekommen, denn Frank Schöbel gab den Leuten noch eine Portion Mut in Form des Titels "Steh auf und leb dein Leben", das, wie er erzählte, die Hymne für zahlreiche Selbsthilfegruppen geworden ist, mit auf den Weg.
Mit "Danke für jede Stunde" bedankten sich Frank Schöbel, Dominique Lacasa und Chris Doerk noch einmal gemeinsam bei ihrem Publikum, und das Publikum dankte es ihnen, denn es hatte sichtlich Spaß. Was aber wäre ein Konzert von Frank Schöbel ohne seinen Hit "Wie ein Stern"? Einfach nicht komplett, und so gab es natürlich diese Hymne noch als Zugabe, komplett in voller Länge versteht sich. "Schrei mich nicht so an" gab's dann als wirklich letzten Titel, und Weimar machte sich glücklich und zufrieden auf den Heimweg. Allerdings nicht, ohne vorher noch am obligatorischen Merchandise-Stand vorbeizuschauen, an dem nach einer kleinen Weile natürlich auch die Musiker erschienen und geduldig Autogramme schrieben, Fragen beantworteten und bereitwillig für das ein oder andere Foto still hielten, Stars zum Anfassen eben.
Es war ein schöner, kurzweiliger Abend, an dem sicher bei vielen Jugenderinnerungen wach wurden. An Licht und Ton gab es nichts zu meckern, da wurde genauso professionell agiert wie auf der Bühne, alles in allem ein gelungener Abend, den sich kein Schlagerfan entgehen lassen sollte.