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Fünf Minuten nach Einlassbeginn betrete ich den Sinkkasten und merke gleich, dass hier einer der großen Namen der deutschen Rockmusik auftritt, denn es ist schon rappelvoll und ein guter Platz ist kaum noch zu bekommen. Außer dass sein Bart grauer geworden ist, ist noch alles so wie ich es von diversen Live-Auftritten im Fernsehen aus seiner ganz großen Zeit Mitte der 80er, als Klaus Lage Hit an Hit reihen konnte, kenne. Neben seiner Band, die aus Bo Heart (Keyboard), Jürgen Scholz (Gitarre), Lothar Atwell (Bass) und Tim-Ole Hoff (Schlagzeug) besteht, hat Klaus Lage auch eine neue CD sowie eine neue Best-Of-CD im Gepäck, so dass das Konzert eine bunte Mischung aus neuen und altbekannten Liedern wird.
Die ersten 45 Minuten bis zur Pause bestehen überwiegend aus neuem Material. Die Stimmung ist zwar schon jetzt sehr gut, aber der zweite Teil nach der Pause ist eindeutig besser, was nicht zuletzt daran liegt, dass dann die Hits kommen, wo jedermann mitsingen kann. Die Band und Klaus Lage strotzen nur so vor Spiellaune. Die gute Stimmung des Publikums überträgt sich auf die Band, und umgekehrt. Wie schon erwähnt, folgt nach 45 Minuten erst mal eine Pause von 15 Minuten. Die Zeit nutze ich, um den Merchandising-Stand aufzusuchen und mir die Best-of-CD zu kaufen. Nebenbei erfahre ich, dass Klaus Lage nach dem Konzert noch Autogramme schreiben wird.
Weiter geht's dann mit dem zweiten Teil, der hauptsächlich die bekannten Songs enthält. Bei Liedern wie "Monopoly", "Faust auf Faust" oder "Weil Du anders bist" können große Teile des Publikums mitsingen. Teilweise hält Klaus Lage dem Publikum das Mikro hin und stellt einfach die Arbeit ein. Warum auch nicht, schließlich ist das Publikum ziemlich textsicher. Nach einer weiteren Stunde ist das Konzert dann vorerst zu Ende, denn anhaltender Applaus und "Zugabe"-Rufe bringen Klaus Lage noch zweimal zurück auf die Bühne. Außerdem hatte er ja auch "1000 und eine Nacht" noch nicht gespielt, was er dann im ersten Zugabenteil nachholt. Wirklich beendet wird das Konzert dann nach ca. 2 Stunden 15 Minuten mit dem Randy Newman Cover "Du hast'n Freund in mir" (im Original "You've got a friend in me"), bei dem jeder aus der Band einen Teil des Textes singen darf. Selbst der Drummer darf ganz zum Schluss auch mal die Titelzeile in das Mikrofon sagen/singen, das ihm Klaus Lage hinhält.
Während die meisten Zuhörer den Sinkkasten unmittelbar nach Konzertende verlassen, warte ich darauf, dass Klaus Lage zum Autogramme geben rauskommt. Leider lässt er sich dabei so viel Zeit, dass ich weg muss, da ich wenig Lust habe eine halbe Stunde zu warten bis die nächste S-Bahn nach Offenbach fährt. So bleibt meine neuerworbene CD dann doch ohne Autogramm...
Text: Wolfram Schenck |