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Klee
21. Oktober  2008, Brotfabrik, Frankfurt/Main

Kurz vor 20:00 Uhr habe ich dann doch noch einen Parkplatz im Frankfurter Stadtteil Hausen, nicht weit von der Brotfabrik entfernt, gefunden. Wenige Minuten später steige ich über eine schmale Stahltreppe in den ersten Stock, wo sich der Saal befindet, in dem das Konzert stattfindet. Noch ist es relativ leer und die Theke im Nebenraum findet regen Zuspruch. Doch dies soll sich im Laufe der nächsten Stunde noch ändern.
Punkt 20:00 Uhr betritt Roman Fischer nebst Bassisten und Drummer als Vorband die Bühne. Der Berliner macht Britpop im Stile von Placebo und sorgte ca. 45 Minuten lang für gute Laune im Saal, der sich inzwischen langsam füllte. Danach folgte eine kurze Umbaupause. Gegen 21:00 Uhr ging dann das eigentliche Konzert endlich los.
Klee betreten die Bühne. Sängerin Suzie Kerstgens kommt im weißen Fransenkleid. Der Saal ist nun voll und das Konzert mit ca. 200 Zuhörern ausverkauft. Gleich zu Beginn erzählt Suzie, dass es vom Ordnungsamt Auflagen wegen der Lautstärke gibt, da die Brotfabrik sich in einem Wohngebiet befindet, aber das wäre kein Problem, denn schließlich sind Klee ja nicht so laut wie Metallica. Das Konzert beginnt etwas holprig. Mehrere Pannen wie gerissene Gitarrensaiten, nicht gehende Monitore und Mikrofone behindern den Ablauf, aber die Crew ist bemüht die Probleme so schnell wie möglich zu beheben. Die Band überbrückt diese Pausen, indem sie Geschichten erzählen. So erfährt das Publikum, dass Klee zuletzt vor fünf Jahren in Frankfurt war (von einem Auftritt als Vorband von Nena mal abgesehen). Weiterhin beeindruckt Suzie mit ihrem Wissen über Frankfurts Musikszene. Sie erwähnt Sabrina Setlur, Sabs und Schwester S. ebenso wie Moses Pelham, nur mit Xavier Naidoo lag sie dann doch ein paar Kilometer zu weit nördlich, aber Mannheim ist ja nicht so weit weg. Außerdem erfährt man, dass Schlagzeuger Daniel Klingen versehentlich mal beim Duschen flüssigen Toilettenreiniger statt Seife erwischt hätte und da er danach so schön nach Zitrone gerochen hätte, würde das nun die ganze Band so machen. 
Nachdem die technischen Probleme alle behoben sind, kann das Konzert wie geplant weitergehen. Die Stimmung im Publikum ist sehr gut, es wird getanzt und mitgesungen. Klee spielen überwiegend Songs ihres aktuellen Albums "Berge versetzen", aber auch von den ersten drei Alben dürfen einige Lieder natürlich nicht fehlen. Mitten im Konzert geht das Licht aus und bei den ersten Tönen des folgenden Liedes ist auch klar warum. Klee spielen nun "Lichtstrahl" und Sängerin Suzie erzeugt einen ebensolchen Lichtstrahl mittels zweier Taschenlampen. Nach etwa 90 Minuten spielen Klee mit "Gold" den letzten Song. Damit ist das Publikum jedoch nicht einverstanden und klatscht und singt unvermindert weiter, bis Klee wieder auf die Bühne zurück kommen. Suzie Kerstgens hat das weiße Kleid inzwischen gegen ein ebensolches schwarzes getauscht. Nun kommen drei Zugaben. Das Publikum gibt sich damit aber immer noch nicht zufrieden und so kommen Klee noch einmal unter dem Jubel des Publikums auf die Bühne zurück. Die Band bedankt sich beim Publikum und stellt fest, dass in Frankfurt das bislang beste Publikum der bisherigen Tour war. Nach drei weiteren Lieder war das Konzert dann nach etwa zwei Stunden endgültig vorbei. Gut gelaunt verlasse ich die Brotfabrik und mache mich auf den Heimweg.

Text: Wolfram Schenck