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Arrow Rock Festival
15. Juni 2008, Nijmegen

Nachdem ich das letztjährige Festival größtenteils im Stau verbracht habe, habe ich dieses Jahr besser geplant. Es ging rechtzeitig los nach Nijmegen, zwei Stunden Fahrt sollten es sein und zwei Stunden habe ich gebraucht.
Das Festival lag diesmal mitten im Stadtgebiet von Nijmegen, deshalb habe ich eigentlich wieder mit Stau gerechnet, aber nein, diesmal ging alles glatt und ich war rechtzeitig vor Einlassbeginn am Gelände.
Jetzt musste ich nur noch meine überzählige Karte loswerden, denn ich war doch wieder alleine gefahren, meine Freundin musste leider schweren Herzens wenige Tage vorher absagen.

Die Organisation war im Vergleich zum letzten Jahr absolut klasse. Die unproblematische Parkplatzsituation habe ich ja schon erwähnt, aber auch auf dem Festivalgelände gab es Verbesserungen. So gab es in diesem Jahr nur zwei Bühnen, die aber nie gleichzeitig bespielt wurden, so gab es keine Überschneidungen und gegenseitige Beschallung. Und kurze Wege waren so auch garantiert.

Auch beim Wetter schienen die Organisatoren ein gutes Wort eingelegt zu haben. Die Ankündigung besagte 56% Regenwahrscheinlichkeit, so richtig geregnet hat es aber eigentlich nur bei Whitesnake und Motörhead und pünktlich zu Kiss war wieder blauer Himmel!

Das Lineup war absolut großartig, da blieben eigentlich fast keine Wünsche offen:

REO Speedwagon haben das Festival eröffnet und mir sehr gut gefallen, klasse fand ich die Mischung aus Hammond-Orgel und (E-)Flügel, die Songauswahl war sehr gut und an der Darbietung gab es nichts zu meckern. Als die Band nach etwa 50 Minuten schon verschwand, war ich erst etwas enttäuscht, dachte mir dann aber, da fehlt irgendwie noch was. Und richtig, Riding The Storm Out gab es noch als Zugabe. Für mich die beste Band des Festivals.

Gotthard hatte ich als nächste Band im Rücken, als ich nach T-Shirts angestanden habe, kann ich also nicht wirklich beurteilen, klang aber gut.

Journey waren klasse, der kleine Phillipino macht sich sehr gut, wenn man nicht hinguckt, merkt man kaum, dass da nicht Steve Perry ist. Natürlich gab es die ganzen Hits, und die Band strahlte eine Spielfreude aus, die ansteckte. Warum Journey so zeitig im Programm spielen musste, wissen nur die Organisatoren, die hätten später noch viel besser gepasst.

Kansas habe ich auch nur akustisch mitbekommen, irgendwann muss man ja auch mal was essen. Klang aber absolut klasse und ich hab mich hinterher noch geärgert, Kansas zu Gunsten der folgenden Band weggelassen zu haben.

Def Leppard fand ich nämlich nicht so klasse, da hatte ich mehr erwartet. Herr Elliot ist auch schon über seine besseren Tage hinweg, der Gesang war nämlich ziemlich schwach, die Kopfstimme war noch viel schwächer, das ging gar nicht. Zum Glück konnten die anderen Musiker qualitativ noch einiges rausreißen, ändert aber nichts am negativen Eindruck. Hätte ich die mal lieber weggelassen und vorher Kansas geguckt ... hinterher ist man schlauer.

Twisted Sister hatte ich mir gar nicht vorgenommen, das, was ich aus der Ferne gehört habe, hat auch nichts an meiner Meinung geändert. Wem's gefällt.

Whitesnake haben mich auch enttäuscht. Irgendwie hatten die Herren den Blues daheim vergessen. Was sie da auf der Bühne gemacht haben, war ja so nicht schlecht, hatte aber mit Whitesnake nicht mehr viel zu tun. Bei den Titeln "Is This Love" und "Here I Go Again" merkte man, dass doch noch etwas Blues vorhanden war, aber sonst? Hatte teilweise echt Probleme, die Titel überhaupt zu erkennen. Das war zu viel Geschrammel und einfach zu sehr auf Metal getrimmt. 2004 auf der Tour fand ich sie jedenfalls um Längen besser.
Die neuen Titel fand ich live auch nicht so dolle, wenn die CD auch so klingt, brauch ich die nicht (werde aber trotzdem mal reinhören).
Bei "Here I Go Again" hatten sie als Gastmusiker Adrian Vandenberg auf der Bühne, schöne Überraschung.

Motörhead hab ich mir auch gespart, in der Zeit bin ich nur mal fix einem menschlichen Bedürfnis nachgegangen und dann wieder vor die Bühne, Platz sichern.

Kiss haben echt tierisch Spaß gemacht. Klasse Show mit allerhand Effekten und Technik (Drumriser etc.), gute Song-Auswahl, viel gute Laune! Möchte nicht wissen, welchen Wert die da an Pyros verschossen haben. War echt absolut klasse, war ein würdiger Headliner und wird mit Sicherheit lange in Erinnerung bleiben, mir auf jeden Fall.

Was mir wieder absolut positiv aufgefallen ist: es ist einfach nur schön, mit so vielen Leuten friedlich zu feiern, das ist leider auf manchen Einzelkonzerten mit weitaus weniger Zuschauern nicht immer der Fall.

Ich denke, wenn der Termin und der Ort stimmen, bin ich bin nächstes Jahr wieder dabei. Beim Lineup hab ich da nämlich keine Bedenken, dass es nicht passen könnte.