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Nachdem ich das letztjährige Festival
größtenteils im Stau verbracht habe, habe ich dieses Jahr besser
geplant. Es ging rechtzeitig los nach Nijmegen, zwei Stunden Fahrt
sollten es sein und zwei Stunden habe ich gebraucht.
Das Festival lag diesmal mitten im Stadtgebiet von Nijmegen, deshalb
habe ich eigentlich wieder mit Stau gerechnet, aber nein, diesmal ging
alles glatt und ich war rechtzeitig vor Einlassbeginn am Gelände.
Jetzt musste ich nur noch meine überzählige Karte loswerden, denn ich
war doch wieder alleine gefahren, meine Freundin musste leider schweren
Herzens wenige Tage vorher absagen.
Die Organisation war im Vergleich zum letzten Jahr absolut klasse. Die
unproblematische Parkplatzsituation habe ich ja schon erwähnt, aber auch
auf dem Festivalgelände gab es Verbesserungen. So gab es in diesem Jahr
nur zwei Bühnen, die aber nie gleichzeitig bespielt wurden, so gab es
keine Überschneidungen und gegenseitige Beschallung. Und kurze Wege
waren so auch garantiert.
Auch beim Wetter schienen die Organisatoren ein gutes Wort eingelegt zu
haben. Die Ankündigung besagte 56% Regenwahrscheinlichkeit, so richtig
geregnet hat es aber eigentlich nur bei Whitesnake und Motörhead und
pünktlich zu Kiss war wieder blauer Himmel!
Das Lineup war absolut großartig, da blieben eigentlich fast keine
Wünsche offen:
REO Speedwagon haben das Festival eröffnet und mir sehr gut gefallen,
klasse fand ich die Mischung aus Hammond-Orgel und (E-)Flügel, die
Songauswahl war sehr gut und an der Darbietung gab es nichts zu meckern.
Als die Band nach etwa 50 Minuten schon verschwand, war ich erst etwas
enttäuscht, dachte mir dann aber, da fehlt irgendwie noch was. Und
richtig, Riding The Storm Out gab es noch als Zugabe. Für mich die beste
Band des Festivals.
Gotthard hatte ich als nächste Band im Rücken, als ich nach T-Shirts
angestanden habe, kann ich also nicht wirklich beurteilen, klang aber
gut.
Journey waren klasse, der kleine Phillipino macht sich sehr gut, wenn
man nicht hinguckt, merkt man kaum, dass da nicht Steve Perry ist.
Natürlich gab es die ganzen Hits, und die Band strahlte eine Spielfreude
aus, die ansteckte. Warum Journey so zeitig im Programm spielen musste,
wissen nur die Organisatoren, die hätten später noch viel besser
gepasst.
Kansas habe ich auch nur akustisch mitbekommen, irgendwann muss man ja
auch mal was essen. Klang aber absolut klasse und ich hab mich hinterher
noch geärgert, Kansas zu Gunsten der folgenden Band weggelassen zu
haben.
Def Leppard fand ich nämlich nicht so klasse, da hatte ich mehr
erwartet. Herr Elliot ist auch schon über seine besseren Tage hinweg,
der Gesang war nämlich ziemlich schwach, die Kopfstimme war noch viel
schwächer, das ging gar nicht. Zum Glück konnten die anderen Musiker
qualitativ noch einiges rausreißen, ändert aber nichts am negativen
Eindruck. Hätte ich die mal lieber weggelassen und vorher Kansas geguckt
... hinterher ist man schlauer.
Twisted Sister hatte ich mir gar nicht vorgenommen, das, was ich aus der
Ferne gehört habe, hat auch nichts an meiner Meinung geändert. Wem's
gefällt.
Whitesnake haben mich auch enttäuscht. Irgendwie hatten die Herren den
Blues daheim vergessen. Was sie da auf der Bühne gemacht haben, war ja
so nicht schlecht, hatte aber mit Whitesnake nicht mehr viel zu tun. Bei
den Titeln "Is This Love" und "Here I Go Again" merkte man, dass doch
noch etwas Blues vorhanden war, aber sonst? Hatte teilweise echt
Probleme, die Titel überhaupt zu erkennen. Das war zu viel Geschrammel
und einfach zu sehr auf Metal getrimmt. 2004 auf der Tour fand ich sie
jedenfalls um Längen besser.
Die neuen Titel fand ich live auch nicht so dolle, wenn die CD auch so
klingt, brauch ich die nicht (werde aber trotzdem mal reinhören).
Bei "Here I Go Again" hatten sie als Gastmusiker Adrian Vandenberg auf
der Bühne, schöne Überraschung.
Motörhead hab ich mir auch gespart, in der Zeit bin ich nur mal fix
einem menschlichen Bedürfnis nachgegangen und dann wieder vor die Bühne,
Platz sichern.
Kiss haben echt tierisch Spaß gemacht. Klasse Show mit allerhand
Effekten und Technik (Drumriser etc.), gute Song-Auswahl, viel gute
Laune! Möchte nicht wissen, welchen Wert die da an Pyros verschossen
haben. War echt absolut klasse, war ein würdiger Headliner und wird mit
Sicherheit lange in Erinnerung bleiben, mir auf jeden Fall.
Was mir wieder absolut positiv aufgefallen ist: es ist einfach nur
schön, mit so vielen Leuten friedlich zu feiern, das ist leider auf
manchen Einzelkonzerten mit weitaus weniger Zuschauern nicht immer der
Fall.
Ich denke, wenn der Termin und der Ort stimmen, bin ich bin nächstes
Jahr wieder dabei. Beim Lineup hab ich da nämlich keine Bedenken, dass
es nicht passen könnte. |