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Ausgeschlafen und den Tinitus von gestern erfolgreich bekämpft geht es
wieder Richtung Innenstadt, einmal gemütlich über den Zwiebelmarkt,
unterwegs wieder das Zwiebelkuchenangebot getestet (übrigens, den besten
gab es auf dem Mittelaltermarkt), sind wir dann so gegen halb 7 am
Marktplatz angekommen.
Vor der Bühne war noch alles leer, also noch `ne Runde gedreht. Eine
halbe Stunde später war es dann vor der Bühne schön voll und wir hatten
zu tun, noch einen guten Platz zu bekommen. Letztlich standen wir fast
vor der Box, aber zum Glück war es hier nicht ganz so laut wie gestern
noch bei Monokel, was wohl aber auch an der fast geschlossenen Bebauung
rund um den Marktplatz gelegen hat.
Auf der Bühne wird fleißig gewerkelt und gecheckt, aber so richtig will
das alles noch nicht funktionieren. Michael Behm will dem wartenden
Publikum gerne mitteilen, dass sie da oben noch mit technischen
Problemen zu kämpfen haben, aber die Mikros gehen alle nicht, also macht
er ein Spiel draus: Stille Post. Naja, ob die hintersten Reihen
mitbekommen haben, warum es noch nicht losgeht, bezweifle ich jetzt mal.
Irgendwann hat einer den richtigen Stecker und den zugehörigen Schalter
gefunden, und plötzlich geht es! Die Musiker verzichten jetzt spontan
darauf, sich in Schale zu werfen, damit sich der Beginn nicht noch
weiter hinaus zögert. So geht es dann mit etwa 30 Minuten Verspätung
los.
Den Anfang macht ein Instrumental, dessen Name mir beim besten Willen
nicht einfällt. Ich hätte ja spontan auf den Türkischen Marsch getippt,
aber das ist ja ne andere Combo! Weiter geht es rein instrumental, nur
die beiden Keyboarder, mit Vivaldis Frühling. Der Sound ist vom
Feinsten, keine Spur von irgendwelchen technischen Problemen, hier sind
eben Profis am Werk! Lediglich die Sänger müssen noch kurz eingepegelt
werden, wenn sie an der Reihe sind, aber sonst alles bestens. Weiter
geht es mit dem "Weiten Weg", vorher eine kurze Ansage von Martin
Schreier. Der Percussionist fehlt, der hat offensichtlich ein schlechtes
Stück Fleisch gegessen und ist wohl vorher zusammen gebrochen. Na denn
mal gute Besserung.
Es folgen Hit auf Hit: unter anderem "Weißes Gold", "Die Sage", "Was
soll aus mir werden", "Was fang ich an" und "Wir sind die Sonne".
Michael Behm hat später seinen Platz am Schlagzeug mit Martin Schreier
getauscht und einige Titel aus der ersten Reihe gesungen. Noch später
kam dann IC Falkenberg, der auch für wenige Titel Akustik-Gitarre
spielte, sonst wurden die Melodie-Aufgaben komplett von den beiden
Keyboardern Frank Nicolovius und Eghard Schumann übernommen.
Gegen Ende sangen IC, Martin Schreier und Michael Behm auch Titel zu
zweit und zu dritt, wodurch die einzelnen Stimmcharaktere sehr gut zur
Geltung kamen. Man merkte den Musikern eine unheimliche Spielfreude an,
wie ich sie lange nicht erlebt habe, so ging das Konzert dann auch über
volle zwei Stunden.
Als Zugabe gab es dann noch die "Reise zum Südpol". Vorher grüßte Martin
Schreier noch zwei wichtige Menschen: zum einen Reinhard Fißler, was
einen nicht enden wollenden Applaus zur Folge hatte, und zum anderen
einen ehemaligen Weggefährten, der jetzt Weimarer ist und im Publikum
stand, dessen Name mir aber leider entfallen ist.
Alles in allem war es ein Spitzen-Konzert, was wieder einmal beweist,
dass sich die Musik aus der ehemaligen DDR in keiner Weise zu verstecken
braucht. Und wenn man sich den Zuschauerzuspruch der einzelnen Bühnen so
ansieht, dann ziehen genau diese Bands doch die meisten Leute.
IC Falkenberg hatte während des Konzertes einen Heizpilz erwähnt, den er
gerne auf der Bühne hätte, weil es so kalt wäre, und genau zu diesem
zieht es uns jetzt, weil es mittlerweile wirklich empfindlich kalt
geworden ist, und es steht ja noch ein Konzert auf dem Programm heute
Abend: die Modern Soul Band, wobei uns, was wir aber jetzt noch nicht
wissen, wieder richtig warm werden wird! |