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Wie jedes
Jahr am zweiten Oktober-Wochenende steht in Weimar der Zwiebelmarkt auf
dem Programm, und der hat dieses Jahr wieder ordentlich was zu bieten.
Dafür schiebt man dann schon mal Überstunden, um am Freitag schon Mittag
gehen zu können, schließlich liegen noch etwa 450 km zwischen mir und
dem Zwiebelmarkt. Um 20:30 Uhr spielt die erste interessante Band,
nämlich Monokel, das sollte zu schaffen sein. Allerdings hatte ich die
Rechnung ohne die Bahn gemacht, weil ausgerechnet heute Streik im
Nahverkehr angesagt war, was zur Folge hatte, dass wesentlich mehr Autos
auf den Autobahnen unterwegs waren als an anderen Freitagen, und das
sind normalerweise schon nicht wenige. Die 450 km benötigen heute etwa 7
Stunden, und damit wird es fast unmöglich, rechtzeitig zu Monokel in
Weimar zu sein.
Was ich auch nicht auf der Rechnung hatte, war die Bequemlichkeit der
Leute. Die extra eingerichteten Parkplätze am Stadtrand mit
Shuttle-Bus-Anbindung in die Innenstadt waren uninteressant, bis in die
Innenstadt zu fahren ist doch viel bequemer. Und ich als Anwohner guck
in die Röhre. Die Parkplatzsuche zieht sich hin, und Monokel werden wohl
mittlerweile schon auf der Bühne stehen.
Immerhin bis 21:00 Uhr habe ich es dann doch samt Übernachtungsgästen
bis zum Goetheplatz geschafft, Monokel waren natürlich schon anständig
in Fahrt. Das Publikum war bei bester Stimmung, was uns sofort
angesteckt hat. Blues-Rock vom Feinsten, über die musikalischen
Qualitäten von Monokel braucht man sicher kein Wort zu verlieren. Die
Bühne am Goetheplatz war mit Abstand die lauteste, was wohl daran lag,
dass weit und breit keine weitere Bühne in Reichweite war, die dadurch
hätte gestört werden können. Der Sound war aber vom Feinsten, da gab es
nix auszusetzen, auch die Ausleuchtung der Bühne war ordentlich,
vielleicht nicht gerade ideal zum Fotos machen, aber für die Stimmung
konnte es nicht besser sein.
Monokel hatten einen Special Guest im Gepäck: Martin Becker, der
normalerweise bei Karat in die Tasten haut. Und der hat unheimlich
überzeugt. Martin Becker war hier viel mehr gefordert als bei Karat und
man merkte ihm an, wie viel Spaß er dabei hatte. Einmal hat er falsch
eingesetzt, aber hey, das ist live und beim Special Guest sieht man da
auch mal drüber weg! Sein Keyboard- und Mundharmonika-Spiel hat auf
jeden Fall Akzente gesetzt und die ohnehin schon sehr gute Darbietung
von Lefty Linke und Band aufgewertet.
Klassiker wie "Das Monster vom Schilkinsee" gab es genauso auf die Ohren
wie aktuelle Themen ("Schweine nach vorn"), das Publikum konnte gar
nicht genug bekommen. Lefty Linke bedankte sich bei den Weimaranern, es
hat ihnen richtig gut gefallen und sie würden gerne nächstes Jahr wieder
kommen.
Wegen mir können sie gerne wieder kommen, nur sollten sie vielleicht im
Hinterkopf behalten, dass ein Weimaraner ein Hund ist ;) ich bin
Weimarer. Als Zugabe gab es dann noch ein schönes Instrumentalstück:
"Albatros"... nein, nicht von Karat, von Fleetwood Mac! Gestärkt mit
Zwiebelkuchen und Thüringer Rostbratwurst geht es jetzt nach Hause,
morgen stehen Stern Meißen und die Modern Soul Band auf dem Programm! |