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Freitag, der 13. war
es, aber es sollte ein Tag ohne Pannen für die Beteiligten des
Spektakels werden.
Große Namen des Ostrock gehen zusammen mit dem Babelsberger
Filmorchester auf Tour, und heute in Hohenfelden bei Erfurt sollte es
die Generalprobe und der Auftakt zugleich sein!
Die Bühne steht direkt am See, so dass der Sonnenuntergang passend die
Stimmung untermalte. Das Gelände war komplett bestuhlt, und die Plätze
waren auch fast komplett belegt, wobei die Kapazität relativ gering war,
die nächsten Konzerte werden da mehr Zuschauern Platz bieten.
Der Sound war spitze, das Umfeld sehr harmonisch und stressfrei, es gab
ausreichend kostenfreie Parkplätze; und obwohl es mir kurz vor Erfurt
noch auf die Scheibe genieselt hat, ist es trocken geblieben. Kurz, es
war perfekt!
Aber mal von vorne: Den Auftakt machten Karat, die ich aber
leider aufgrund des Freitagnachmittag-Verkehrs verpasst habe.
Die Ansagen des nächsten Künstlers haben die Musiker selbst übernommen,
und Claudius Dreilich hat als nächstes Veronika Fischer angesagt.
Sie ist vom Publikum, wie alle nachfolgenden Beteiligten, mit viel Jubel
empfangen worden. Ihre beiden Hits „Sommernachtsball“ und „Dass ich eine
Schneeflocke wär“ sind begeistert mitgesungen worden.
Überhaupt war die Stimmung sehr emotional, einige Zuschauer haben es
vorgezogen, an der Seite zu stehen und haben es sich auch nicht nehmen
lassen, lauthals mitzusingen und zu tanzen.
Veronika Fischer hat das Mikrofon dann an Werther Lohse
übergeben, der mit „Am Abend mancher Tage“ und „Nach Süden“ zwei der
wohl größten Hits der Gruppe Lift gebracht hat. Die Stimme kraftvoll wie
eh und je perfekt untermalt vom Filmorchester Babelsberg, und trotz der
schon langen Dienstzeit in Sachen Ostrock macht er einen absolut
frischen und jugendlichen Eindruck auf der Bühne, da können sich andere
was abgucken!
Silly, für mich die herausragendste Band des Abends, haben nun die
Bühne übernommen, das Publikum bekommt keine Pause. Der Sound perfekt,
durch den Orchestereinsatz haben die Songs noch mehr Kraft bekommen, als
sie eh schon haben, eine Band mit perfektem Zusammenspiel auf der Bühne,
als ob sie noch nie was anderes gemacht haben. Anna Loos ist ein
würdiger Ersatz für Tamara Danz, die den Liedern sehr viel Kraft gibt,
aber auch nie vergessen lässt, in wessen Fußstapfen sie da gerade tritt.
Diese alte Musik ist genauso wie eine alte Jeans, die perfekt sitzt, man
möchte sie nicht mehr hergeben.“ Recht hat sie, und das Publikum stimmt
lautstark zu.
Nach den großen Hits wie „Bataillon D’Amour“ und „Mont Klamott“ bittet
sie das Publikum aufzustehen, um bei dem nächsten Lied Tamara Danz zu
grüßen; es folgt das Lied, was Tamara auf den Leib geschrieben war:
„Asyl im Paradies“. Ein sehr emotionaler Augenblick, bei dem sich das
Publikum komplett erhoben hat und lautstark mitsingt.
Genauso emotional sollte es weitergehen, denn Anna Loos übergibt an
Dirk Michaelis. Bei dem folgenden „Als ich fortging“ kommt das
Orchester besonders zum tragen, in dieser Version geht das Lied richtig
unter die Haut, die Zuschauer sind begeistert! „Wie ein Fischlein unterm
Eis“ bringt er dagegen rein a cappella, was er eigentlich nicht wollte,
alle anderen haben ihn aber überredet. Während er singt, ist kein Laut
weiter zu vernehmen, am Ende wird er aber mit tosendem Beifall bedacht,
der Großteil des Publikums steht dazu sogar auf, was bei noch keinem
anderen vorher so war. Na der hat sich vielleicht gefreut!
Zum Abschluss stimmte er noch einmal rein a cappella den Refrain von
„Als ich fortging“ an und lies die Leute mitsingen, was diese auch
lautstark machten, ein unheimlich magischer Moment.
Ute Freudenberg kommt auf die Bühne und erinnert sich mit dem
Publikum gemeinsam an die Jugendliebe, die Leute stehen immer noch. Sie
wird mit unheimlich viel Applaus bedacht, und auch ihr nun folgender
erster Hit überhaupt, „Wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt“, wird
frenetisch bejubelt. Ja und was der Dirk Michaelis kann, kann
Ute Freudenberg schon lange, noch einmal stimmt sie die
„Jugendliebe“ an, ohne orchestrale Unterstützung, dafür aber mit
vielstimmigem Chor vor der Bühne.
Als sie jetzt die Puhdys ansagt, hört der Applaus gar nicht mehr
auf, nach der Lautstärke zu urteilen sind eindeutig mehrheitlich
Puhdys-Fans anwesend.
Die Puhdys kommen aber nicht sofort auf die Bühne, eine kleine
Lücke entsteht, bis dann das Orchester einsetzt und ein Puhdy nach dem
anderen die Bühne betritt, um „Lebenszeit“, „Alt wie ein Baum“ und „Hey,
wir woll’n die Eisbärn Seh’n“ gemeinsam mit Orchester und Publikumschor
zu präsentieren.
Beim letzten Titel „Das Buch“, aktuell wie eh und je, kommen alle
Beteiligten noch einmal auf die Bühne, um den Abschluss-Refrain
gemeinsam zu singen und so dem Ganzen einen gelungenen Schlusspunkt zu
setzen.
Schlusspunkt? Nicht ganz! Nach einer winzigen Pause kommen noch einmal
alle Beteiligten auf die Bühne, um mit „Wer die Rose ehrt“ eines der
schönsten Ostrock-Lieder gemeinsam anzustimmen; die Gesangsparts sind
dabei auf alle anwesenden Sänger verteilt. Ein absolutes Highlight und
das große Finale dieser Veranstaltung. Um es mal mit den Worten von City
zu sagen, einer weiteren Größe des Ostrock, die hier leider nicht dabei
sind: „Mir wird kalt dabei“, jetzt gerade wieder, als ich diese Zeilen
schreibe und den Abend Revue passieren lasse.
Diese Veranstaltung ist ein absolutes Highlight, jeder, der die
Gelegenheit hat, sich dieses Spektakel anzusehen, sollte sie nicht
ungenutzt lassen! |