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von Routenplanern, Festival-Stau,
Zeitplänen, guter Musik und ihren Fans und vom Wettergott
160km und 2 Stunden Fahrt sollten es sein bis zum
Arrow Rock Festival, die Vorfreude war groß, aber sie sollte nicht lange
halten.
Man sollte sich eben nicht auf Ausdrucke vom Routenplaner verlassen,
wenn man nicht wenigstens eine Karte vom Zielgebiet dabei hat,
jedenfalls hat mich der Routenplaner zwar dort in die Nähe geschickt,
aber eben nicht nach Biddinghuizen.
Aber man hat ja nen Mund zum Fragen und dann war’s gar nicht mehr weit.
Kurz nach 12 und 2 Stunden Fahrt habe ich die Autobahn verlassen, jetzt
waren es nur noch schlappe 20km, ich hätte es also sogar noch pünktlich
bis zur ersten Band um 13Uhr geschafft.
Allerdings hat es dann noch sehr lange gedauert, bis endlich das
Festivalgelände in Sicht war: Stau!
Im Verkehrsfunk wurden 10km gemeldet, tatsächlich waren es 16km. Und das
nur aus meiner Richtung, eine wahrscheinlich ebenso lange Schlange hat
sich dann nach einigen Kilometern eingefädelt!
Für die nächsten 8km habe ich dann 3,5 Stunden gebraucht, und während
meine gute Laune und Vorfreude dahin schwand, habe ich die ersten Bands
nach und nach abgehakt.
Dann ging es plötzlich mit Tempo 80 voran, warum auch immer, so dass
kurz vor halb 5 der Parkplatz in Sichtweite kam! Zum Glück, wenn es in
dem Tempo weitergegangen wäre, hatte ich vielleicht noch die letzten
Töne vom Festival mitbekommen!
Auf der Parkplatzeinfahrt würde ich dann erstmal im Bargeld erleichtert,
hätte zwar gedacht, dass Parken bei dem Kartenpreis inklusive ist, aber
das war ein Irrtum! Und weil man das Auto ja doch nicht in die
Hosentasche stecken kann, hat man es eben bezahlt.
Jetzt schnell aufs Gelände, damit es sich wenigstens noch lohnt!
Interessant waren die Einlasskontrollen, die Tickets wurden nicht
abgerissen sondern mittels Scanner erfasst.
Wirklich begeistert war ich ja von dem Zeitplan anfangs sowieso nicht,
weil wenn da 12 Bands spielen, die einen eigentlich auch alle
interessieren und man durch 3 Bühnen und gleichzeitige Auftritte dann
nur einen Teil davon zu sehen bekommt, ist das ärgerlich. Als dann kurz
vorher noch die Scorpions mit den Riders On The Storm getauscht wurden,
war ich auch nicht sehr erfreut. Scorpions nachmittags um 3 war zwar
nicht unbedingt die beste Zeit, aber durch die Verschiebung sollten sie
jetzt zeitgleich mit Europe spielen, die ich eigentlich sehen wollte und
nun keine Möglichkeit mehr dazu hatte.
Im Nachhinein war ich aber sehr froh für diese Verschiebung, 17Uhr war
ich dann nämlich auch endlich auf dem Gelände, hätten sie kurz nach 3
gespielt, wie ursprünglich geplant, hätte ich sie komplett verpasst.
Ich war jedenfalls ziemlich froh, nur ein normales Ticket zu haben und
doch nicht das VIP-Ticket genommen zu haben, das wäre dann echt
rausgeschmissenes Geld gewesen!
Effektiv habe ich ganze 3 Bands gesehen, mehr war durch Stau und
zeitliche Überschneidungen nicht möglich. Diese waren dafür aber sehr
klasse, so dass sich die Anfahrt doch gelohnt hatte und der Frust schon
fast vergessen war.
Scorpions: Wenn das neue Album schon ordentlich drückt, dann sind die
Songs live absolut gigantisch, da kommt richtig was rüber! Eine Stunde
gab es Rock vom Feinsten, einige Songs vom neuen Album dabei, ansonsten
die Klassiker, als Zugabe gab es mit Still Loving You die erste und
einzige Ballade, einfach nur Klasse! Zwischendurch gab es noch eine
Bass-Einlage, die war ziemlich genial, gefolgt vom Schlagzeugsolo. Pawel
ist wohl der erste Scorpions-Bassist, mit dem so was möglich ist; die
Scorpions haben eine ziemlich geniale Rhythmus-Abteilung.
Ob man allerdings einem Festival, wo man nur eine Stunde Spielzeit hat,
eine solche Einlage bringen muss, ist fraglich. Es lässt allerdings auf
eine richtig gute Show auf der Tour im Herbst hoffen.
Als die Scorpions fertig waren, waren Europe zwar noch am Spielen,
allerdings nicht mehr lange und viel zu sehen war auch nicht, also hab
ich dann lieber erstmal das Festivalgelände erkundet und was zu essen
organisiert, bevor es dann zurück zur Bühne ging, um Toto zu sehen.
Wenn ich mich bei den Scorpions noch nach vorne gearbeitet hatte, habe
ich mir Toto von hinten genehmigt, viel gesehen habe ich allerdings
nicht. Was mir unverständlich ist: wenn ich schon Videoleinwände
einsetze, um zwischen den Konzerten darauf Werbung einzublenden bzw.
während den Konzerten das Festival-Logo, warum kann ich dann nicht auch
Bühnenbilder einblenden? Das gab es dann erst bei Aerosmith, allerdings
hätten es bestimmt auch andere toll gefunden, auf diese Art und Weise
evtl. auch dem Matthias Jabs oder dem Steve Lukather auf die Finger
schauen zu können.
Dafür war der Sound aber bei ausnahmslos allen Bands, denen ich zum Teil
auch nur aus der Ferne lauschen konnte, wirklich absolut Spitze!
Toto brannten ebenfalls ein Feuerwerk ihrer größten Hits ab, die Stimme
von Bobby Kimball ist immer noch überwältigend. Positiv ist mir
aufgefallen, dass alle Bandmitglieder in den Gesang eingebunden waren
und ganze Liedteile übernahmen, die dann am Ende in ein Duett mit Bobby
gipfelten.
Wenn man auf einem Festival eine Spielzeit von 90 Minuten zugestanden
bekommt, dann sollte man die doch auch ausnutzen! Die Scorpions hatten
eigentlich nur eine Stunde, haben allerdings erst danach mit den Zugaben
angefangen. Toto war inklusive Zugaben schon nach 75 Minuten fertig.
Schade.
Nach Toto gab es eine längere Pause im Ablaufplan. Ich hab mir noch eine
Runde übers Gelände gegönnt und dabei auch etwas eingekauft, und weil
Toto so zeitig fertig waren, konnte ich noch das Ende der Australien
Pink Floyd Show mitbekommen.
Dann wieder zurück, um für Aerosmith vielleicht doch einen Platz weiter
vorn zu bekommen. Die fingen dann auch recht bald mit ein paar Minuten
Verspätung an, und wie! Wie schon erwähnt gab es jetzt auch
Videoeinspielungen, sonst hätte ich von der Bühnenshow überhaupt nix
mitbekommen. Und die war echt genial! Die großen Hits, dazu Titel von
der aktuellen CD, einen Song sang Joe Perry alleine, und seine Gitarre
musste auch einiges aushalten … Gekonnte Videoeffekte machten daraus ein
Ereignis der Spitzenklasse!
Vor den Zugaben gab es eine gut gemachte Videoanimation, die extra für
den Tag gemacht zu sein schien, das gab Applaus vom Publikum!
Alles in allem die beste Show, die ich beim Arrow 2007 gesehen habe und
damit der würdige Headliner!
Insgesamt ist das Festival sehr friedlich verlaufen. Von geschätzten 15
bis über 60 waren alle Altersgruppen vertreten, aus mehreren Ländern,
die alle nebeneinander gefeiert haben, ganz gleich wie alt und woher.
Das zeigt wieder, dass Classic Rock zeitlos ist und Generationen
verbindet!
Und der Wettergott scheint auch auf Classic Rock zu stehen, denn obwohl
nicht gerade das beste Wetter angesagt war und die Wolkendecke anderes
erwarten lies, blieb es trocken von oben, lediglich einmal hat es kurz
genieselt. So sind weder Sonnenmilch noch Regenponcho zum Einsatz
gekommen.
Auf dem nach Hause weg gab es dann wieder Stau, vom Parkplatz runter,
aber das war zu erwarten. Irgendwann habe ich dann auch mein Auto wieder
gefunden und dort dann noch solange gewartet, bis sich der Parkplatz
sichtbar gelichtet hatte und es ziemlich flüssig bis auf die Autobahn
ging. Dann hab ich noch auf dem Heimweg etwas im Auto geschlafen
irgendwo in Holland, und heute tut mir alles weh!
Und was lernen wir daraus?
Beim nächsten Mal ne Straßenkarte vom Zielgebiet mitnehmen, am Vortag
anreisen und Zelt und Schlafsack einpacken.
Und noch ein Tipp an den Veranstalter: Vielleicht wäre es besser, das
Festival wieder wie bisher an zwei Tagen statt auf drei Bühnen
stattfinden zu lassen! |