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Karat
10 Dezember 2005, Tivoli, Freiberg

Eigentlich sollte heute abend die Gruppe Karat hier in Freiberg spielen, die Band auf der Bühne schien allerdings namenlos zu sein! Kein Banner, kein Hinweis, nur am Merchandise-Stand war der Name zu lesen; während des Konzertes wurde nie der Name Karat erwähnt! Das Konzert selbst war anders als sonst, aber deswegen nicht weniger gut.

Das Tivoli war noch verhältnismäßig leer, als die Band angekündigt wurde, schwer zu verstehen, wenn am Wochenende darauf nur etwa 60km weiter wegen großer Nachfrage sogar noch ein Zusatzkonzert angehängt wurde!

Wie gewohnt betrat die Band die Bühne, erst die "Instrumentalisten", dann Claudius, doch schon diese erste Ansage war anders: Heute war man nicht froh, heute war man einfach nur eine Familie, allen Unkenrufen zum Trotz, und das wollte man auch bleiben.

Die Songs, gewohnt stark, aber mit wesentlich mehr Emotionen dargeboten. Im Publikum wurde ein Banner hochgehalten: "Hier spielt KARAT, wer's nicht glaubt, soll gehen!" Das Banner wanderte von links nach rechts und später zur Mitte, und der Band ging das sichtlich nahe!
Sehr souverän und professionell agierte die Band, die Hits zündeten gewohnt einer nach dem anderen, auch der Kontakt zum Publikum kam nicht zu kurz. Aber die Band war verändert, Bernd sprang nicht wie gewohnt über die Bühne, auch Martin hielt seinen Bewegungsdrang bei den Harmonika-Einlagen sehr zurück, Christian dagegen war lebendiger als sonst, suchte öfter den vorderen Bühnenrand.

Irgendwann leitete Claudius ein Lied ein mit den Worten: "Das nächste Lied ... ich kann nichts dazu sagen ... hört's euch einfach an!" Dann blieb er einen ewig andauernden Augenblick bewegungslos stehen, die Augen mit dem Arm verdeckt. Auch die anderen spielten den folgenden Titel "Mich zwingt keiner auf die Knie" nicht ohne andere Emotionen als sonst; das Wort "uns" erhielt plötzlich eine völlig neue Bedeutung!

Später, die Bandvorstellung, eigentlich wie immer, allerdings fiel auch hier nie der Name Karat!

Solange eine Band nicht grottenschlecht spielt, wird sie wohl nie ohne Zugaben von der Bühne kommen, auch heute war's nicht anders. Der letzte Titel "Abendstimmung" hat normalerweise eine Ansage, die Claudius und seinen Vater anspricht, und die wird Claudius nach eigener Aussage auch nicht ändern! Selbstredend war wohl aber, dass er während dem Lied zu jedem einzelnen Bandmitglied hingegangen ist, sogar hinters Schlagzeug.

Das Publikum hat die Band gefeiert, der anhaltende Beifall war wohl Begeisterung und Unterstützung zugleich, auf alle Fälle war es ganz groß, das Konzert.
Es bleibt nur zu hoffen, dass sich alles zum Positiven wendet und uns diese Band erhalten bleibt! Und dass sie wieder einen Namen bekommt!