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Gegen halb sieben
ging's hier los, 40km bis nach Rudolstadt. Sollte eigentlich kein
Problem sein, aber die Deppen sind nicht mal in der Lage, ein Schild
aufzustellen wo es lang geht, und das, wo doch die halbe Stadt Umleitung
is wegen Baumaßnahmen! Hab's dann doch gefunden, sogar nen kostenlosen
Parkplatz!
Nu hieß es Zeit totschlagen, und die ist ja sowas von zäh!
Dann kam auch schon der Vormusiker, über den ich jetzt mal den Mantel
des Schweigens hülle!
Gegen 10 kam dann Karat, das heißt, erst mal nur die
Instrumentalmusiker. Nachdem die Jungens (bitte nicht wörtlich nehmen,
die machen das auch schon ne ganze Weile!) nen halben Titel gespielt
haben, tritt der Herr Römer (Gitarre) ans Mikro:
"Wir haben 30 Jahre durchgestanden (ist die Tour zum 30. Jubiläum), weil
wir eine Familie sind! Aber auch in einer Familie ist es nicht immer
leicht. Wir waren sehr traurig, aber jetzt sind wir wieder froh, weil
wir es wieder sind, eine Familie. Wir haben einen Sohn bekommen!" Dann
kam Claudius Dreilich auf die Bühne und übernahm das Mikro.
Noch kein Lied vorbei und schon das erste Mal Gänsehaut!
Das Publikum hat Claudius ganz herzlich aufgenommen, und er machte seine
Sache gut, sehr gut!
Sie haben ihre Hits gespielt, aber auch neuere Titel, sogar eine
Komposition von Claudius.
"Melancholie", ein Titel den jemand für Karat geschrieben hat, war einer
der Höhepunkte! Sinngemäß geht es darum, das Herbert seinem Sohn und den
anderen Mut zuspricht, doch weiterzumachen.
Also sehr persönlich.
Den Höhepunkt stellte ohne Frage "Mich zwingt keiner in die Knie" dar,
ein Song, der Herbert Dreilich sehr gut charakterisiert, er hatte einen
unbändigen Lebensmut.
Videoeinspielungen und etwas Pyrotechnik rundeten einen gelungenen Abend
ab, der Zugabenteil ging ne halbe Stunde und im Anschluss gab's noch ne
Autogrammstunde!
Noch was zu Claudius: Er sieht nicht nur aus wie sein Vater, klingt wie
sein Vater, er hat auch auf der Bühne die selbe Gestik und Mimik wie
sein Vater, also ein mehr als würdiger Ersatz! Es war jetzt sein 10.
oder 11. Konzert, aber trotzdem steht da schon ein richtiger Profi am
Bühnenrand!
Noch bissel Statistik:
Es war das 13. Rudolstädter Altstadtfest, aber das am besten besuchteste
Konzert bisher auf diesen Festen: 5000 Zuschauer
Nach 5 Jahren verregneten Altstadtfesten war schönster Sonnenschein, der
auch bis zum Ende des Konzertes anhielt! Als Karat endgültig von der
Bühne verschwunden waren, fing es erst an zu tröpfeln, woraus nach paar
Minuten ein richtiger Platzregen wurde! Bis ich nach Hause gefahren bin,
war es aber auch schon wieder vorbei!
Und wieder einmal habe ich festgestellt, dass sich "unsere" Musik
keinesfalls hinter der ausm Westen verstecken muss, im Gegenteil!
Vom Rockfaktor her braucht sich die Musik gleich gar nicht verstecken,
das klingt überhaupt nicht groß anders, als von drüben! Auch bei Karat
wurde gebangt und gepogt, was das Zeug hält! |