Nachdem ich mich durch die Leipziger
Rush-Hour gekämpft habe, habe ich 18.15 Uhr mehr als rechtzeitig den Ort
des Geschehens erreicht.
Vor dem Anker stehen schon ein paar Glenn Hughes-Fans. Es ist nicht so
kalt wie erwartet, also lässt es sich eine Weile im Freien aushalten.
Kurz nach 19.00 Uhr beginnt dann der Einlaß. Und dann die Enttäuschung,
die Karten werden am Einlaß einbehalten. Schade drum.
Und ich habe es prompt in die erste Reihe geschafft. Vor der Bühne
wurden Gitter aufgestellt, die allerdings immer weiter zur Bühne
geschoben wurden. Die Gitter waren ungewöhnlich hoch, ich kam mir
richtig klein vor dabei.
Jetzt heißt es noch eine Stunde zu überbrücken, was aber durch gute
Musikeinspielungen einfach gemacht wurde.
Dann wurde es hektisch auf der Bühne. Letzte Vorbereitungen wurden
getroffen, Gitarre und Bass gestimmt, Getränke bereitgestellt. Und
plötzlich war es dann soweit, Glenn Hughes kommt auf die Bühne. Mit
dabei sein Gitarrist und sein Drummer.
Der Spaß an der Musik war ihm anzusehen, er sprühte nur so vor Energie.
Viel Platz hatte er allerdings nicht auf der Bühne, denn vor dem
Schlagzeug von UFO war noch sein eigenes aufgebaut. Es blieb ihm ein
guter Meter Platz.
Glenn Hughes spielte zahlreiche Songs von seinem aktuellen Album. Auch
ältere Sachen fehlten nicht. Besonders gut beim Publikum ist das
Deep-Purple-Medley angekommen. Kein Wunder, sind Glenn Hughes-Fans nicht
auch Deep Purple-Fans?
Nach einer Weile hatte ich allerdings das Problem, dass ich immer bei
Deep Purple habe. Irgendwann habe ich die Musik nur noch als Krach
empfunden, was aber sicher auch auf die Übersteuerten Instrumente
zurückzuführen war.
Es folgte eine längere Umbaupause, in der die gleiche gute Mugge lief,
wie vor der Show.
Und dann kamen sie: Phil Mogg, Pete Way und Michael Schenker begleitet
von Drummer und Keyboarder/Gitarrist.
So hätte ich mir Michael Schenker nicht vorgestellt. Ich kenne zwar
aktuelle Bilder, aber so hätte ich ihn auf der Straße nicht erkannt.
UFO legten gleich richtig los mit Titeln von ihrem aktuellen Album „Covenant“.
Phil Mogg war einfach faszinierend, Pete Way lief zu Höchstform auf, nur
von Michael Schenker war ich irgendwie enttäuscht. Stoisch ruhig stand
er auf seinem Platz und spielte seinen Part.
Pete Way hatte irgendwie Pech, er hatte kein Handtuch abbekommen. Es
dauerte gar nicht lange, da war er klatschnaß, durch sein
energiegeladenes Spiel spritzte und tropfte es nur so.
Dann ist ihm auch noch eine Basssaite gerissen. Beim nächsten Titel
bekam er seinen „Ersatzbass“, der allerdings nicht mit einem
Kabellossystem ausgerüstet war, was ihn in seiner Bewegungsfreiheit
erheblich einschränkte. Auch hing dieser Bass nicht mehr so tief, was
bei ihm erst mal etwas ungewohnt aussah.
Jetzt ist auch noch der Knopf vom Gurt abgegangen. Wie er den Bass
gehalten hat, ist mir ein Rätsel. Nach zwei Titeln hatte sein Bass
wieder alle Saiten, doch das ist noch nicht das Ende vom Lied.
Durch den Schweiß hatte sich das Klebeband an seinem Sender gelöst, und
dieser hing jetzt nur noch am Gitarrenkabel. Wieder musste er sich in
seinem Spiel zügeln, weil die Techniker krampfhaft an seinem Rücken
arbeiteten.
Aber auch diese Panne wurde behoben, und Pete lieferte eine Show, die
sich gewaschen hatte.
Das Phil Mogg für seine Musik lebt, war ihm anzusehen. Immer wieder
bedankte er sich bei seinem Publikum mit „Danke danke danke danke.“ Er
hatte sichtlich Spaß dabei, und er hielt auch mal kurz fürs Foto still,
bevor er wieder über die Bühne wirbelte.
Der Mann ist einfach klasse, die Stimme ist faszinierend.
Kein Wunder, dass er so erfolgreich mit seiner Musik ist.
Anfangs konnte mich Michael Schenker nicht begeistern. Er war nie in
Bewegung, stand einfach nur da. Er schwitzte nicht mal.
Selbst der andere Gitarrist, ein ganz junger Mann, schwitzte mehr als
Michael.
Erst als die Klassiker wie „Shoot Shoot“, „Rock Bottom“ oder „Doctor,
Doctor“ gespielt wurden, taute Michael langsam auf. Jetzt lebte die
Bühne, und Michael übernahm sogar die Backing Vocals.
Am Höhepunkt lag Pete der Länge nach auf dem Boden, Michael hockte
daneben, und Phil war überall und nirgends. Und das alles, während sie
stampfenden Rock zum Besen gaben.
Einfach Wahnsinn, einfach großartig!
Ohne Zugaben wurden UFO natürlich nicht von der Bühne gelassen.
Nach einer gelungenen Mischung aus Klassikern und neuen Stücken
verließen sie gegen halb zwölf endgültig die Bühne.
Es war eine unbeschreibliche Show, ich kannte jeden Titel.
Für die Band muß es etwas merkwürdig ausgesehen haben, die ganze erste
Reihe waren gestandene Männer ab 40, und dazwischen: ich. Mir war das
aber egal, bin ich ja mittlerweile schon gewohnt.
Damit war der Abend aber noch nicht vorbei. Erst mal ging’s zum
Merchandise. Ein „Covenant“-T-Shirt musste schon sein.
Es hieß, dass Michael nach der Show noch Autogramme gibt, aber nur auf
Sachen, die heute gekauft wurden. Für diesen Zweck habe ich noch ein
Foto gekauft.
Habe dann tatsächlich ein Autogramm von Michael bekommen, und er hat
auch mein Buch signiert.
Da war doch noch jemand, der Autogramme von Phil und Pete wollte, dem
habe ich mich einfach angeschlossen, und Glück gehabt.
Wir haben nett geplaudert und gute Fotos geschossen.
Sogar den Drummer und Keyboarder/Gitarrist haben wir noch getroffen. |
|