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Henni Nachtsheim
 

Hendrik "Henni" Nachtsheim, ehemaliger Sänger und Saxophonist der Rodgau Monotones und heute eine Hälfte von Badesalz, hat gerade sein zweites Solo-Album als Musiker veröffentlicht. Aus diesem Anlass haben wir mit ihm ein Interview über seine Solokarriere, Badesalz, seinen Ausstieg bei den Rodgau Monotones und seine große Liebe zur Frankfurter Eintracht geführt.

Hallo Henni, dein zweites Album "...dann tanzt die Omma mit George Clooney" erschien am 29. Mai. Dein erstes Album "Es wird Zeiten geben" erinnerte vor allem textlich stark an die Rodgau Monotones. Die Texte handelten von den Banalitäten und Kuriositäten des Alltags. Was erwartet den Hörer bei deinem neuen Album?
Textlich bin ich mir schon einigermaßen treu geblieben. Ich singe eben gerne über das was mich beschäftigt oder auch einfach nur belustigt. Auf dem neuen Album ist zum Beispiel ein Lied über Spams, weil ich mich täglich geärgert habe, dass ich so viele von diesen Nervdingern in meinem Posteingang hatte! Oder ich hab auch mal meine ganz eigene Betrachtungsweise über Nordic Walking zum Ausdruck gebracht. Das sind z.B. die Themen, die mich beschäftigen. Natürlich hab ich wie immer auch ein oder zwei Liebeslieder geschrieben... wenn auch nicht so bierernst. Das ist halt meine Art zu texten. Ich versuche mit den Dingen, die mich beschäftigen, halbwegs locker umzugehen und bemühe mich das auch musikalisch in ein gutes Gewand zu bekommen. Ich lege großen Wert auf Refrains, die man sich gut merken kann oder bei denen man Lust bekommt mitzusingen.

Zur Veröffentlichung gab es auch ein Release-Konzert mit einigen Gästen im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks geben. Wer war denn alles dabei?
Trotz einiger Absagen waren es immer noch mehr als genug wunderbare Gäste. Und Anke Engelke, die ein paar Tage vorher noch angerufen und mir mitgeteilt hat, dass sie leider absagen muss, weil sie einen Werbespot drehen muss, hat mit mir in Köln ein Videoduett aufgenommen. Das hat das Publikum super gefunden, da war fast Stimmung als ob sie live da gewesen wäre! Mit dabei waren jedenfalls Jakob Hansonis, das ist der Gitarrist von Herbert Grönemeyer mit dem ich seit vielen Jahren befreundet bin, Wolf Maahn, Philipp Poisel, Willy Astor, natürlich mein Badesalz-Partner Gerd Knebel, ein paar Spieler von Eintracht Frankfurt, zum Teil Klassiker wie Uwe Bindewald und Alexander Schur und... Achtung... Jürgen Grabowski... mit denen wir Herz Rot-Schwarz gestreift“ gesungen haben, und das war für mich eine große Freude! Insgesamt ein unvergessener Abend!

Ihr habt vermutlich vorher auch schon einmal mit den Eintracht-Spielern geprobt...
Nein, haben wir nicht. Die haben das Stück zu Hause gehört, und am Abend selbst haben wir ein paar Mikros auf die Bühne gestellt und die Spieler dann einen Kreis gebildet. Hat prima geklappt!

Und, wie gut sie als Sänger waren sie?
Alles Pavarottis!

Wie sind die Songs bei den bisherigen Konzerten angekommen?
Das klingt vielleicht etwas doof oder eitel, aber die Songs sind bislang überdurchschnittlich gut angekommen. Ich war bei der Premiere im Frankfurter Sinkkasten auch unheimlich gespannt, aber es war dann tatsächlich so, dass einige beim zweiten Refrain schon mitgesungen haben! Die Songs sind alle unheimlich positiv aufgenommen worden, so dass wir also wirklich mit dem Abend und auch den weiteren Konzerten unheimlich zufrieden waren bzw. sind.

Das kann ich voll bestätigen. Ich hab dich sowohl nach dem ersten Album als auch jetzt im Februar im Treffpunkt in Neu-Isenburg Live gesehen. Die Stimmung war bei beiden Konzerten wie ich finde eine ganz spezielle, weil es deine Heimatstadt ist. 
Ja, das ist sehr gut beobachtet, das stimmt.

Sind Auftritte in deiner Heimatstadt ganz besondere Konzerte für dich?
Ich glaub ein Auftritt ist für einen Künstler immer dann etwas ganz besonderes, wenn er in einer Stadt ist, in der er auch privat oft war, egal ob das jetzt London, Bangladesh oder Neu-Isenburg ist. In Neu-Isenburg ist es bei mir so, dass ich da auf die Bühne komme und dann im Publikum so viele Leute sehe, die ich kenne, dass da fast schon so was wie "Lebensfilme" vor mir ablaufen. Ich erzähl zum Beispiel was von meinem Bruder und viele im Publikum kennen ihn, und die wissen dann natürlich, welche Geschichten wahr und welche Quatsch sind. In Neu-Isenburg sind das jedenfalls immer sehr autobiographische Abende.

Du sagtest eben, dass die Geschichten, die du bei deinen Konzerten erzählst, teilweise auch erfunden sind. Was mich interessiert ist, ob die Nackt-Fahrrad-Wette wahr ist...
Ja, die ist wahr. Wenn ich auf der Bühne sage "Ich erzähle euch jetzt eine wahre Geschichte", dann ist das auch wahr. Diesen Zusatz würde ich nicht benutzen, wenn ich schummeln würde oder irgendwelche Münchhausengeschichten erzählen würde. Oder ich würde es so dick machen, dass man es gleich merkt, dass das nicht stimmen kann. Die Geschichte um das Nackt-Fahrrad-Rennen in Neu-Isenburg ist eine wahre Geschichte, an die sich alle Beteiligten noch bis an ihr Lebensende erinnern werden.

(Anmerkung vom Webmaster: Bei der Nackt-Fahrrad-Wette geht es darum, dass Henni vor vielen Jahren nach einem Konzert mit den Rodgau Monotones abends noch in den Treffpunkt in Neu-Isenburg geht. Nach einigen Bier entsteht die Wette wer am schnellsten nackt auf einem Fahrrad um den Block fahren kann. Einer der Teilnehmer trifft dabei leider auf eine Polizeistreife und tritt mächtig in die Pedale, um die Streife abzuhängen. Wie er dann seiner Ehefrau ein paar Stunden später erklärt hat, warum er nackt und ohne Schlüssel an der Türe klingelt, ist leider nicht überliefert.)

Live spielst Du auch deine ganz eigene Version von „I swear“. Wird es den Song auch mal auf einer CD geben?
Wir haben den Song Live schon mal mitgeschnitten, denn das funktioniert nur mit der Reaktion der Damen. Das war bei einem großen Auftritt in einem riesigen Zelt in Ober-Roden und wir hatten überlegt, den Song auf das zweite Album zu packen, aber es war dann ein zeitliches Problem, das Stück auch noch zu mischen. Ich denke mal, wenn es noch weitere Tonträger geben wird von meinem Projekt, dann ist „I swear“ auf jeden Fall ein Kandidat, der dabei ist.

Ist ein Live-Album geplant?
Naja, da muss man mal die Kirche im Dorf lassen. Ich finde zwar, dass die Band extremst dafür prädestiniert ist, ein Live-Album aufzunehmen, weil ich finde, dass es eine überdurchschnittlich gute Band ist. Wir müssen jetzt aber erst mal schauen, was mit dem neuen Album passiert, bevor man über neue Platten nachdenken kann. Wenn das neue Album sich schwer tut und nicht genug absetzt, dann erledigt sich natürlich auch die Frage, ob sich das lohnt ein Live-Album aufzunehmen. Es gibt auch Leute, die mir schon gesagt haben, dass dann meine ganzen erzählten Geschichten mit drauf müssten, aber das finde ich dann auch wieder etwas gefährlich, weil ich nicht glaube, dass man das dann dauernd hören will, wenn man es erst mal in Albumform hat. So gehen die Leute eben aus dem Konzert raus, weil sie sich durch die Mischung aus Musik und Stand-Up gut unterhalten gefühlt haben! 

Ich hatte bei der Eingangsfrage ja schon mal die Rodgau Monotones erwähnt. Du warst etwa 12 Jahre einer der beiden Leadsänger der Band. Ist es dir damals schwer gefallen die Monotones zu verlassen?
Ja, das war unheimlich schwer. Ich hab mich ja auch mit niemand gestritten, es war eben so, dass Badesalz unheimlich viel Arbeit und Zeit beansprucht hat und dann musste ich mich einfach entscheiden. Und ich hab gemerkt, dass mich Badesalz einfach noch mehr gekickt hat! Diese Vielseitigkeit, dass man Sketche schreibt für das Fernsehen, für die Bühne, für die Platte, das fand ich irgendwie gut und dementsprechend habe ich mich für Badesalz entschieden! Aber der Weggang von den Rodgau Monotones war unheimlich schmerzhaft. Das war ein bisschen so, wie wenn man seiner Freundin sagt, dass man sie verlässt und die Reaktion war auch entsprechend. Heute ist das Verhältnis aber sehr, sehr gut, wir haben zum Beispiel gerade am Samstag erst zusammen ein Konzert gegeben und ich bin sehr froh, dass das jetzt wieder so ist . Ich bin gerne mit den Monotones zusammen.

Wie kam es dazu, dass du mit Gerd Knebel von Flatsch! Badesalz gegründet hast?
Die Monotones und Flatsch! haben damals ein paar gemeinsame Konzerte gegeben und ich habe ein großes Faible für den Humor und diese Comedy-Elemente, wobei das Wort "Comedy" damals noch gar nicht etabliert war. Gerd und ich haben dann mal bei einer Party zusammen gesessen und wir haben viel Quatsch miteinander gemacht und uns über irgendwelche Typen unterhalten, die wir beide saublöd fanden. Dann hat Gerd irgendwann vorgeschlagen sich mal zu treffen, um neben den Bands noch was zu machen und so wurde dann aus diesem winzigen Nebenprojekt etwas was bis heute unser Leben bestimmt.

1990 seid ihr dann bundesweit bekannt geworden, dank der ARD-Serie "Och Joh". Wie kam es dazu, dass ihr eure eigene Serie bekommen habt?
Das hat sich dann irgendwann rumgesprochen, dass es da in Frankfurt etwas gibt, was man mit nichts anderem vergleichen kann. Es gab damals ja noch keine Comedy-Szene. An etablierten Komikern gab es Otto und Didi Hallervorden, dann gab es noch ein paar Sketchserien wie "Harald & Eddie", aber so was wie unseren Anarchohumor gab es nicht. Die Leute strömten zu uns, die Läden wurden immer größer, die Bürgerhäuser wurden immer größer und das sprach sich in einer Stadt wie Frankfurt eben rum. Und irgendwann war der Programmdirektor vom HR, Dr. Konrad, in der Vorstellung und amüsierte sich. Außerdem merkte er, dass da was am Entstehen war! Und so sind wir dann zu unserer Sketchserie gekommen. Und weil wir aus England von Gerds dortigen Verwandten regelmäßig Comedyserien auf Video geschickt bekamen, nannten wir unsere Serie im Untertitel "Hessisch Comedy". Das war mit das allererste Mal, dass dieser Begriff in Deutschland offiziell auftauchte. Und macht mir gerade bewusst, wie lange es uns schon gibt... 

Inzwischen bringt ihr es auf drei TV-Serien, einen eigenen Kinofilm und diverse Gastrollen in anderen Kinofilmen. Sind weitere Aktivitäten in der Richtung schon geplant?
Die drei TV-Serien stimmen, der Kinofilm stimmt halb. Als echten Kinofilm gibt es zwar nur "Abbuzze", aber am 5. Oktober erscheint noch eine DVD mit einem Film, den wir selbst gedreht haben. Den kann man mit "Abbuzze" nur begrenzt vergleichen, weil er nur ungefähr das Geld gekostet hat, was bei "Abbuzze" die Kulisse einer einzigen Szene gekostet hat. Den Film haben wir mit Freunden gedreht, es gab kein Geld dafür, sondern jeder hat Zeit und Geld rein gesteckt und der Film heißt "Das Baby mit dem Goldzahn".

2003 habt ihr The Hotz gemacht. Wie kommt man denn auf die Idee eine komplette Biographie zu erfinden?
Wir hatten auf der Bühne zwei Typen in Glitzeranzügen, die immer die Zugabe gespielt haben. Die spielten dann eine komische Nummer namens "I lover the sun", die wir dann mit Papptafeln illustriert haben und der Text war ja auch ziemlich blöd, weil er ja grammatikalisch falsch ist. Die haben eben erzählt wie sie früher schon berühmt waren und wie sie jetzt wieder zurückgekommen sind. Diese Nummer wurde von den Leuten aus zweierlei Gründen gut angenommen, zum einen weil sie komisch war mit dem ganzen Quatsch den sie erzählt haben und wie sie sich auf der Bühne bewegt haben, zum anderen aber auch weil es eine musikalisch gute Nummer mit einem schönen Refrain war. Wir wurden dann von verschiedenen Leuten darauf angesprochen, die Nummer mal aufzunehmen und ins Merchandising zu stellen. Daraus hat sich dann bei uns die Idee entwickelt, ein ganzes Album mit denen aufzunehmen und das wurde dann so ein Selbstläufer und wir haben uns dann überlegt, das Album unter fremder Identität. Wir haben auch ein kleines Label für das Projekt gewinnen können und es hat total Spaß gemacht und wir haben ja auch absurd gute Kritiken für das Album bekommen. Die Leute haben uns die Geschichte von den zwei Brüdern, die nach 30 Jahren wieder vereinigt auf der Bühne stehen, geglaubt, selbst bei Stern Online stand damals "The Hotz sind wieder da" und in einer Plattenkritik stand es wäre das beste Album zwischen den Strokes und The Who seit Jahren! Die Badesalz-Fans kaufen das Album heute noch, das so langsam zur Neige geht, weil wir keine Neuauflage gemacht haben. 

Zum gelingen des Projekts war auch nicht ganz unwichtig, wer da alles involviert war, also teilweise Moderatoren vom Hessischen Rundfunk...
Auch wenn es jetzt Megaerfolg war, so hatten wir für den Fake trotzdem prominente "Mittäter" im Boot. Fritz Rau z.B., der in seinem Haus in Bad Homburg vor seinen Goldenen Schallplatten sitzt und ernsthaft erzählt, wie er damals The Hotz verpflichten wollte, aber mit Mick Jagger Essen gehen musste und in der Zwischenzeit der Club abgebrannt ist und er die Band danach nie wieder gesehen hat. Es haben ja auch noch einige andere mitgespielt, Charlotte Roche, Annette und Inga Humpe haben über die Gitarristen referiert. Aber was uns dann zum ganz großen Glück gefehlt hat, war so was wie es später Sasha als Dick Brave hatte, nämlich eine Fernsehsendung wie bspw. "TV Total", wo man dann eine Woche lang mit denen jeden Abend auftritt. Ich glaube dann wäre das Ding abgegangen wie die Pest. Aber es hat auch so Spaß gemacht und ich denk da gerne dran zurück. Es gibt auch eine Internetseite (http://www.thehotz.de), die auch sehr liebevoll gemacht ist. Also das war schon ein sehr schönes Projekt.

Du bist auch als Sportfan bekannt. Du hast die Hymne der Frankfurt Lions geschrieben und auf deinem neuen Album befindet sich ein Lied über die Frankfurter Eintracht. Die Eintracht hat’s dir ja sowieso angetan. Du schreibst eine regelmäßige Kolumne in der Gießener Allgemeinen Zeitung. Wie kam es dazu? Gießen ist ja schon ein paar Kilometer entfernt vom Rodgau...
Das Bindeglied zwischen Gießen und mir ist unser leider viel zu früh verstorbener Kollege und Freund Matthias Beltz. Der Sportchef der Gießener Allgemeinen Gerd Steines hat damals den Kontakt über den Matthias Beltz zu mir aufgenommen und dann haben wir mal einen Stammtisch zu einer WM oder EM gemacht und das wurde dann in Dialagform abgedruckt . Und irgendwann hat dann der Gerd Steines gefragt, ob ich nicht jede Woche als Gast eine Kolumne zur Eintracht schreiben würde. Da hab ich dann gesagt, das würde ich gerne mal probieren und jetzt gehen wir ins vierte Jahr und haben sogar ein Buch daraus gemacht,. Die erste Auflage ist bereits vergriffen, die zweite läuft im Moment, und inzwischen ist das eine liebgewonnene Einrichtung in meinem Leben. Ich muss jeden Montag irgendwann nachts die Kolumne an die Gießener Allgemeine schicken. Das ist mitunter eine durchaus kreative Herausforderung, gerade in der letzten Saison, da die nicht viel hergegeben hat. Im Herbst hab ich ja mit Badesalz und der Band Pause und deshalb bastele ich da grade an einem Stand-Up-Programm rund um das Buch und mache eine Lesung ohne wirklich zu Lesen. Ich lese nicht gerne vor, also nehme das Thema Fußball und Sport als Anlass darüber zu erzählen. Wobei ich dringend darauf hinweisen muss, dass das kein Fachidiotenprogramm wird, sondern eines auch für Leute, die sich für Fußball eigentlich nicht besonders interessieren.

Du hast ja sogar mal ein Volontariat bei der Frankfurter Neuen Presse gemacht...
Das Volontariat hab ich tatsächlich nicht gemacht, aber ich hatte schon die Zusage in der Tasche. Dann kamen aber die Anfangserfolge der Monotones dazwischen und ich hab meine eigentlich geplante Sportjournalistenkarriere jäh abgebrochen, was ich bis heute aber nicht bereut habe.

Noch mal kurz zurück zur Kolumne. Letzten Montag hast du sicherlich wenig Probleme gehabt was zu schreiben, Stichwort Rücktritt von Friedhelm Funkel. Wenn du irgendwen verpflichten könntest, wer wäre dein Wunschtrainer?
Auch wenn er nicht zu haben ist, aber ich würde am Liebsten Jürgen Klopp holen, weil er die Gabe hat, auch aus Spielern, die jetzt vielleicht nicht die Superstars auf dem Weltmarkt sind, noch das Optimale heraus zu holen. So ist ja auch die sehr gute Rückrunde von Dortmund zu erklären, weil die Spieler ihn begriffen haben bzw. er sie, und ich bin sicher, dass man mit denen in der neuen Saison rechnen muss! Außerdem finde ich ihn super sympathisch und er steht jedem Verein gut zu Gesicht. Von denen, die auf dem Markt waren, also dien üblichen Verdächtigen, war ich nicht unbedingt begeistert. Bei den etablierten Trainern, die dann alle zwei Jahre woanders sind und nur noch teure Kader verwalten können, muss man einfach aufpassen. Letztendlich ist die Entscheidung für Michael Skibbe aber vermutlich keine schlechte, er scheint ein guter Fachmann zu sein, und er steht auf Offensivfußball. Wir werden es sehen.

Als Schriftsteller hast Du ja auch schon einige Erfahrung. Anfang der 80er hast Du ein paar Kinderbücher verfasst (Leo Leichtsinn). Wie kam es denn dazu?
Naja, Schriftsteller ist übertrieben. Das hing mit meinem Job zusammen. Nach dem Abi und Zivildienst hab ich einen Job gesucht und war beim bioverlag gesundleben gelandet. Das war einer der Vorreiter in Bezug auf Gesunde Ernährungsbücher. Es war eine junge aufstrebende Firma und ich war da Mädchen für alles. Und es gab auch eine Reformhauszeitung namens "Der Naturarzt" und da arbeitete ich auch redaktionell dran, weil ich ja wie gesagt alles machte,. Ich fuhr auch den Gabelstapler im Lager, aber ich durfte eben auch die Zeitung redaktionell betreuen. Und da hab ich dann irgendwann vorgeschlagen eine Kinderseite einzuführen, weil diese Zeitschriften immer den Hauch haben nur für Uralt-Leute gemacht zu sein. Ich habe eine Figur erfunden, die hieß Leo Leichtsinn, toller Name, irre Idee...(lacht) und das haben wir dann als Kurzgeschichten auf der Kinderseite herausgebracht. Das hatte dann eine so große Resonanz, dass wir es auch noch als Buch herausgebracht haben. Was dann ein relativ großer Erfolg für den Verlag war, denn die haben relativ große Stückzahlen verkauft. Und dann haben wir noch ein Bilderbuch drangehängt, das hieß "Als Obst und Gemüse die Stadt überfielen". 

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für deine neue CD!
Vielen Dank, auch für das gut vorbereitete Gespräch!


www.henninachtsheim.de
Interview: Wolfram Schenck