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Rodgau Monotones
veröffentlicht bei Deutsche Mugge

1984 wurden die Rodgau Monotones dank "Die Hesse komme" deutschlandweit bekannt. Dies blieb jedoch bis heute ihr einziger Hit, so dass sie in der Folge wieder aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit verschwanden. Doch ihre treue Fangemeinde hatten sie sich schon vorher gesichert und so können sie im Jahr 2008 ihr 30jähriges Bühnenjubiläum feiern. Auch Rückschläge wie der Ausstieg von Sänger Henni Nachtsheim konnte sie nicht aufhalten und so können sie auf nunmehr elf Studioalben und drei Live-Alben zurückblicken. Ihr 30jähriges Bühnenjubiläum haben sie mit vielen Gästen Ende August im Amphitheater in Hanau gefeiert. Genug Gründe also für ein lockeres Gespräch mit Gitarrist Ali Neander.

Ich fang mal mit einer ungewöhnlichen Frage an: Wie sieht's mit deinem Nutella-Vorrat aus?
Mein Nutella-Vorrat ist gedeckt, weil seitdem wir dieses Stück haben immer Leute in unsere Konzerte kommen und riesige Nutella-Gläser mitbringen. Ich esse auch gar nicht so viel Nutella. Ganz am Anfang, als wir das Stück hatten, hat es irgendjemand, mit dem ich in einem Werbestudio zusammenarbeite, aus Spaß den Leuten von Ferrero vorgespielt, aber die fanden das gar nicht lustig und unser Traum von einem Werbevertrag mit Ferrero war schon früh gescheitert.

Die Eingangsfrage bezieht sich natürlich auf einen eurer Liedtexte. Oft beinhalten eure Texte ja eine gehörige Portion Humor. War das von vornherein so geplant, um sich - wie ihr auf eurer Homepage schreibt - vom Deutsch- und Jazzrock der Endsiebziger abzugrenzen oder kam das mehr zufällig zustande?
Ganz am Anfang waren wir eine Coverband und haben englische Stücke nachgespielt. Irgendwann begannen wir aus Spaß dann auch deutsche Stücke nachzuspielen oder Schlager zu verrocken, ähnlich wie es später auch Guildo Horn gemacht hat, und dann begannen wir, auch eigene Stücke zu schreiben. Ganz am Anfang waren die sogar noch auf Englisch, aber dann merkten wir, dass wir das gar nicht gut können und dass das albern ist. Dann haben wir das Ironische aus unseren Coverversionen bspw. von Drafi Deutscher so ein bisschen in unsere Musik übertragen und haben dabei gemerkt, dass uns beim Texteschreiben eine bestimmte Art von Humor liegt. Wir waren nicht besonders gut bei todernsten Texten und haben versucht, ernste Themen satirisch anzugehen und dann sind wir einfach bei dem Stil geblieben.

Drafi Deutscher ist ein gutes Stichwort. Eure erste Single war ja "Marmor, Stein und Eisen bricht". Wieso ist der Song auf keinem Album enthalten?
Das war unsere allererste Aufnahme überhaupt, und das war ja quasi noch aus einer anderen Zeit. Bei der Session damals haben wir auch noch zwei andere Stücke von Drafi Deutscher aufgenommen, die haben wir dann später auf der CD "The Too Early Tapes" herausgebracht, aber "Marmor, Stein und Eisen bricht" passte nicht zu unserer ersten Platte und war auch eineinhalb oder zwei Jahre alt als das Album raus kam. Vielleicht bringen wir das ja mal auf einem Sampler raus, aber es gehört eigentlich nicht zu unserer eigenen Platte.

Du hast eben schon euer erstes Album "Wollt ihr Musik oder was?" angesprochen. Hat der Albumtitel eine bestimmte Bedeutung?
Ja, das bezieht sich auf eine bestimmte Szene beim "Rock gegen Rechts"-Festival in Frankfurt. Damals waren solche Veranstaltungen auch oft von Diskussionen unterbrochen und so auch diesmal. Wir hatten gerade gespielt, da kamen ein paar Punks auf die Bühne und begannen eine große politische Diskussion und der Osti (Peter Osterwold, Amn. d. Verf.) hatte schon ein oder zwei Bier getrunken, ging dann auf die Bühne und sagte: "Wollt ihr Musik oder was?" Das wurde uns damals sehr übel genommen, weil wir wohl nicht politisch genug wären. In der Folge dieses Spruches sind uns dann ein paar Auftritte abgesagt worden, weil wir nicht so richtig die "reine Lehre" hatten. Wir fühlten uns zwar immer dieser Szene zugehörig, aber anscheinend waren wir doch nicht "religiös" genug dafür und deshalb haben wir dann unsere erste LP eben so genannt.

1984 kam mit eurem dritten Album "Volle Lotte" der nationale Durchbruch. Der darauf enthaltene Hit "Die Hesse komme" wurde euer kommerziell einziger Erfolg. Ist so ein Hit Fluch oder Segen?
Also ich würde mal sagen in unserem Fall ist es natürlich ein Segen, denn ohne "Die Hesse komme" würden wir heute wahrscheinlich nicht mehr existieren. Aber wir würden wahrscheinlich auch trotz "Die Hesse komme" nicht mehr existieren, wenn wir uns nicht irgendwann mal von der Vorstellung des Erfolgs, der sich mit "Die Hesse komme" angedeutet hat, gelöst hätten und mehr zu einer Art von Langlebigkeit zugewandt hätten, denn es gibt ja viele Bands, die mal einen Charthit hatten und dann auseinander gegangen sind, weil sich dieser Erfolg nicht wiederholen ließ. Aber wir haben dann recht schnell das Augenmerk auf was anderes gerichtet, und das hat uns dann auch dazu verholfen, dass wir so lange existieren. Man muss sich das mal überlegen, das ist jetzt 24 Jahre her und den größten Teil unserer Geschichte haben wir ja nicht in den Medien oder dem großen Erfolg verbracht, sondern in einem kleineren aber auch sehr schönen Erfolg verlebt. Deswegen ist "Die Hesse komme" auch kein Problem, wir spielen's auch nach wie vor gern, aber ich glaube, es wäre uns schlecht bekommen, wenn wir uns zu sehr daran geklammert hätten.

In der Folge seid ihr mit ganz großen Namen aufgetreten, bspw. Santana, Bob Dylan, Tina Turner und anderen. Auch im Rockpalast seid ihr aufgetreten. Wie war diese Zeit für euch?
Das lässt sich ja meist erst im Nachhinein beurteilen. Natürlich ist es schon toll, wenn man auf großen Festivals spielt und sich gewissermaßen auch mit den großen Namen misst. Auf der anderen Seite sind das nicht unbedingt die besten Auftritte, denn man spielt vor einem Publikum, das nicht oder nur zum Teil wegen uns gekommen ist und man muss sich dann immer sehr beweisen. Es ist also toll und blöd in einem; unsere allertollsten Auftritte sind eher andere gewesen als die mit irgendwelchen großen Namen, aber man kann es immerhin seinen Nachbarn später mal erzählen (lacht).

Stichwort "Rhein-Main schlägt zurück". Wie kam es denn zu dem Auftritt mit Flatsch!, den Crackers, Hob Goblin und Feinbein?
Der allererste "Rhein-Main schlägt zurück"-Auftritt war nur mit den Crackers und Flatsch! in der Offenbacher Stadthalle. Damals manifestierte sich eine lokale Szene, die merkte, dass sie viele Leute zieht. Vorher dachten wir, 500 Leute sind auch genug und da haben wir dann einfach mal alles gebündelt und haben auf eigene Faust die Offenbacher Stadthalle gemietet bzw. die Batschkapp als Veranstalter hat das gemacht und dann kamen auf einmal 3.500 oder 4.000 Fans. Da merkten wir als lokale Bands, dass wir auf einmal auf der musikalischen Landkarte auftauchten und nicht mehr nur im Untergrund wurschtelten, das war quasi Ausdruck einer lebendigen lokalen Szene. Später haben wir dann noch das "Pampa Power" im Frankfurter FSV-Stadion gespielt, da waren dann auch Hob Goblin dabei und komischerweise auch Roger Chapman. Da kamen dann ja auch 20.000 Leute und das war so ein bisschen der Höhepunkt dieser Szenerie. War natürlich auch auf dem Höhepunkt von "Die Hesse komme" und dem erfolgreichen Jahr 1984.

Ihr wart 1985 dann mit "Hallo ich bin Herrmann" vom Album "Wir sehn uns vor Gericht" noch mal in den Charts. Hat mundartlich geprägte Musik wie von Euch oder Haindling auf lange Sicht überhaupt eine Chance, bundesweit Erfolg zu haben?
Man kann das so ein bisschen bei BAP sehen. BAP war sicher mal sehr viel größer als heute, haben es aber trotzdem geschafft. Der absolute Schwerpunkt ist natürlich im weiten Umkreis von Köln, aber die kommen schon bundesweit zurecht, vielleicht nicht unbedingt in Niederbayern, aber in den großen Städten schon. Natürlich ist man in einer bestimmten Region etwas festgetackert und wir haben in den letzten Jahren auch nicht so viele Ausflüge gemacht. Wir fahren jetzt im Dezember mal wieder nach Hannover und Hamburg sowie Nürnberg, aber wir machen sicher keine Deutschlandtournee, weil sich das für uns nicht lohnt. Wir sind natürlich auch schon eher in Hessen. Ich würde sagen, das ist etwas zweischneidig, einerseits schafft man sich eine gute Basis und die Leute kommen hier in Hessen dann doch in größeren Zahlen, auf der anderen Seite ist das dann doch wieder so ein bisschen eine Trennungslinie, obwohl wir in Hamburg oder Stuttgart auch immer viele Zuschauer hatten. Außerdem sind unsere Texte ja auch nicht so hessisch, 5-10% von unseren Texten sind hessisch und das ist dann auch zu ertragen, glaub ich.

Zum diesem Album "Wir seh'n uns vor Gericht" gab es 1985 auch einen etwa 30-minütigen Begleitfilm namens "Rodgau Melodies". Wer hatte die Idee dazu?
Das ist vom Hessischen Rundfunk ausgegangen. Es gab die Idee zum Gericht-Album, so 'ne Art kleinen Film zu machen. Das Buch dazu hatte Chlodwig Poth, ein bekannter Zeichner aus dem Umfeld der Titanic, geschrieben und aus heutiger Sicht wirkt der Film so... naja. Was uns heute noch gut gefällt, es gab damals auch so ein paar animierte Szenen von Leo Poth, die haben einen gewissen Charme, der Rest ist eher so lala. Wir hatten da aber auch nicht so einen großen Einfluss drauf, sondern das wurde uns damals so ein bisschen auf den Leib geschneidert und manche Leute finden ihn sicher besser als ich.

1990 verließ dann euer langjähriger Sänger und Saxophonist Henni Nachtsheim die Band, um sich ganz auf Badesalz zu konzentrieren. Ihr habt Kerstin Pfau als Nachfolgerin präsentiert. Wieso habt ihr euch gerade für Kerstin entschieden?
Wir waren sehr im Unklaren darüber, ob wir überhaupt weitermachen sollten, weil wir waren natürlich zwölf Jahre eine eingeschworene Band gewesen und hatten eine ganze Menge zusammen erlebt und der Henni war ein sehr wichtiger Faktor, weil er gewissermaßen das Sprachrohr der Band nach außen war und wir waren erst mal natürlich sprachlos, aber dann kamen so viele Angebote, dass wir spielen sollten und wir trafen uns auch so und dachten, dann können wir auch Musik machen. Kerstin war Sängerin in einer Coverband im Rodgau und wir wollten nicht den Fehler machen, einen neuen Sänger zu holen, der dann immer mit Henni verglichen wird. Kerstin war auch jung genug und wir haben uns frisches Blut in die Band geholt, aber für Kerstin war es auch nicht leicht, denn sie hatte eine schwere Hypothek von Henni übernommen. Es gab natürlich auch Fans, die das am Anfang nicht akzeptiert haben, dass auf einmal ein Mädchen bei uns spielt. Aber Kerstin hat sich über die Jahre so viel Respekt verschafft und inzwischen gibt es ja eine Generation von Monotones-Fans, die die Besetzung mit Henni Live gar nicht mehr kennen. Die kennen uns nur mit Kerstin und die finden das toll, weil das ein schönes Ying und Yang auf der Bühne mit Osti und Kerstin ist. Außerdem ist Kerstin inzwischen auch schon länger in der Band als es Henni war, denn sie ist ja nun auch schon 17 Jahre dabei.

1991 habt ihr den Soundtrack zum Comic "Die Zeitzocker" gemacht. Wie kommt man auf die Idee, einen Soundtrack zu einem Buch zu machen?
Das war nicht unsere Idee. Unsere damalige Plattenfirma wurde angefragt von den Leuten, die den Comic machen wollten und die wollten damals schon ein integriertes Konzept aus Comic, Soundtrack und anderem, aber das hat dann alles nicht so geklappt; der Comic wurde nicht so publik, wie die Macher es sich damals gewünscht haben.

Zu eurem 20jährigen Bühnenjubiläum 1998 gab es die CD "The too early years", Du hattest sie vorhin auch schon mal angesprochen. Erzähl doch mal was zu den Aufnahmen auf der CD.
Der CD-Titel ist eine kleine satirische Reaktion auf die "Early Tapes" von den Beatles. Die Titel sind Fundstücke, zum Teil ist das einfach mitgeschnittenes Talk-Back, also Mitschnitte aus'm Studio von Aufnahmen, die wir gemacht haben. Zum Beispiel ist da die Original-Probe wo wir "Die Hesse komme" erfunden haben drauf. Da läuft einfach 10 Minuten ein Kassettenrekorder und wir lachen über unsere blöde Idee; das ist gar nicht so besonders unterhaltsam, und so was macht auch sonst niemand. Dann sind da noch irgendwelche schrulligen Versionen drauf, wir haben zum Beispiel mal ein Stück von Weather Report nachgespielt, was eine Band wie wir sonst eher nicht macht.

Fünf Jahre später dann in der Offenbacher Stadthalle euer 25jähriges Bühnenjubiläum. Dazu gab's eine neue CD mit dem passenden Titel "Silberhochzeit". Bei den Jubiläumskonzerten waren auch die Crackers, Flatsch! und Hob Goblin wieder dabei. Musstet ihr die alten Mitstreiter, vor allem Flatsch! und Hob Goblin, die es beide zu dieser Zeit schon länger nicht mehr gab, lange um ihre Teilnahme bitten?
Am Anfang dachten wir zu unserem 25jährigen Jubiläum wäre es doch ganz gut, mal daran zu erinnern, dass es diese Rhein-Main-Szene mal gab und haben die Bands einfach gefragt, ob sie Lust haben und sich das vorstellen können und bekamen dann auch recht schnell von Hob Goblin und Flatsch! bzw. den Rechtsnachfolgern von Flatsch! also Gerd Knebel, Olaf Mill und Seppl Niemeyer die Rückmeldung, dass das für diese Veranstaltung machbar wäre.

2005 habt ihr dann das Album "Volle Lotte" noch mal veröffentlicht. Diesmal mit dem Zusatz "Hessen Platin". Wer hatte denn die Idee dazu?
Das hat unsere Plattenfirma gemacht, bei der wir ja gar nicht mehr sind. Der Bernd Gruber hat das einfach so ein bisschen als Reaktion gemacht, weil nach den heutigen Umsatzzahlen hätten wir Platin für "Volle Lotte" bekommen. Die Grenzen sind ja über die Jahre immer mehr gefallen, aber für alte Veröffentlichungen aus den 80ern gelten noch die damaligen Grenzen. Wir sind damit aber nicht ganz glücklich, weil das Material schon zigmal auf anderen Samplern verwertet wurde und das ist so, als quetscht man eine alte Zitrone immer noch mal aus, aber es war sein Recht, er konnte das machen und wir wollten uns auch nicht total dagegen verweigern. Aber wirklich begeistert sind wir als Band davon nicht.

Dieses Jahr feiert ihr euer 30jähriges Bühnenjubiläum. Am 30. August war im Amphitheater in Hanau euer Jubiläumskonzert. Mit dabei eine Reihe von Jubiläumsgästen. Bei langjährigen Weggefährten wie Henni Nachtsheim, Gerd Knebel oder Olaf Mill ist es ja nahe liegend, dass sie wieder mit dabei waren, aber wie kam es denn zu der Teilnahme von Anne Haigis und Wolfgang Niedecken?
Das hat einen geschichtlichen Hintergrund, weil sowohl Wolfgang als auch Anne waren bei unserem 10jährigen Jubiläum in der Offenbacher Stadthalle dabei und sind auch schon lange mit uns verbunden und gute Freunde. Wir fanden es jedenfalls sehr schön, dass sowohl Anne als auch Wolfgang, die übrigens beide Lieder gesungen haben, die sie schon vor 20 Jahren gesungen haben, da mitmachen konnten. Unser Mixer, der Achim (Schnall, Anm. d. Verf.) ist ja auch Mixer von BAP, wir sind mit BAP schon lange verbunden, wir sind beides lange existierende Bands und kommen beide aus einem lokalen Umfeld. Da lag das nah.

Ihr habt auch eine neue CD herausgebracht. Lass uns über die noch reden. Ich finde sie ziemlich gelungen und wieder etwas rockiger als die letzten Platten. Erzähl doch mal ein bisschen was über das neue Album. Wer hat die Songs geschrieben und wie kommen die neuen Songs live an?
Die Songs hab - bis auf einen - ich geschrieben und sie kommen live sehr gut an. Wir haben natürlich über die Jahre immer versucht, unterschiedliche Alben zu machen, man fragt sich ja immer, in welche Richtung man bei einem Album geht. Für das Album "Silberhochzeit" haben wir uns auch Ausflüge in andere Musikstile erlaubt. Eigentlich geht das bei uns immer so hin und her, wir machen erst eine rockigere Platte und dann eine etwas skurrilere, das ist in den letzten Jahren eigentlich immer so gewesen. Dieses Mal wollten wir wieder eine straighte Platte machen und sind auch ganz bewusst nach Hannover in ein Studio gegangen, wo ganz junge Rockbands aufgenommen werden. Die Platte ist zum Beispiel gemischt von Leuten, die alle unter 30 sind und wir wollten auch deren Meinung hören, was für sie interessant oder abgestanden klingt. Wir haben uns da also geöffnet und ich glaube, man merkt auch, dass da ein frischer Ansatz zu hören ist, wobei wir natürlich immer klingen wie wir klingen und uns nicht auf einmal anhören wie bspw. Revolverheld. Live haben wir natürlich inzwischen sehr viel Material. Wir spielen ungefähr ein Drittel neues Zeug und zwei Drittel altes, bestimmte Songs erwarten die Leute einfach von uns.

Ihr habt mit "Ganz egal" ein altes Lied auch für die CD neu aufgenommen. Wieso das?
"Ganz Egal" war ja ursprünglich eher ein akustisches Stück mit Saxophon und so und wir haben im Proberaum eine Alternativversion probiert. Die hat uns so gut gefallen, dass wir gesagt haben, die nehmen wir für das Album auf, weil das jetzt sozusagen den aktuellen Stand der Forschung repräsentiert.

Die fünf Gründungsmitglieder sind alle noch dabei. Geht man sich da nach 30 Jahren nicht irgendwann auf die Nerven?
Nein, denn wir haben gar nicht so viel miteinander zu tun, wenn wir nicht spielen. Ich weiß nicht, was die anderen den ganzen Tag machen. Wir haben es also geschafft, einigermaßen interessant füreinander zu bleiben. Ich glaube, das ist auch ein Rezept für so eine Langlebigkeit, dass man ein bisschen mysteriös bleibt füreinander, dadurch freuen wir uns auch wenn wir uns sehen, haben uns was zu erzählen und kochen nicht so schrecklich in unserer eigenen Brühe.

Was bringt die Zukunft? Ist ein Ende schon in Sicht oder macht ihr weiter solange es Spaß macht? 
Wir lösen uns jetzt bestimmt nicht auf, solange sich also nicht gesundheitlich irgendwas in den Weg stellt, machen wir weiter! Aber die Phase wo man sagt: "Wir haben keine Lust mehr!" kann ich mir nicht mehr vorstellen. Dafür sind wir schon zu lange zusammen.



www.rodgau-monotones.de
Interview: Wolfram Schenck