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"Hallo Erde, hier ist Alpha"
und "No Bomb" sind auch über die Grenzen der DDR hinaus bekannt geworden.
Aber wer ist denn eigentlich die Band dahinter?
Bei ihrem Konzert in der Altenburger Brauerei habe ich mich mit Bandchef
Dietmar Ränker zusammengesetzt und über alte und neue Zeiten geredet:
Als wir in Vorbereitung des heutigen Abends mit anderen Leuten
gesprochen haben und erwähnten, dass Berluc spielen werden, haben wir
meist als Antwort „Ach die gibt’s noch?“ und überraschte Gesichter
erhalten. Woran liegt es, dass ihr kaum noch wahrgenommen werdet?
Das liegt ganz einfach daran, dass sich die Zeiten geändert haben. In der
Zwischenzeit ist ein anderes Publikum herangewachsen mit anderen
Hörgewohnheiten, sprich Diskotheken, Techno, House, etc. Daran liegt das.
Ist ganz einfach. Die Zeit der Sensationen ist vorbei und stellt mal das
Radio an, was läuft da? Ganz selten Deutschrock.
Berluc setzt sich ja bekannterweise aus den Ortsnamen Berlin und
Luckenwalde zusammen. Ihr habt aber den Beinamen „Rocker von der Küste“.
Die Küste ist aber von Berlin und Luckenwalde ein ganzes Stück entfernt.
Was hat euch denn aus dem Brandenburgischen an die Küste gezogen?
Ganz einfach: Ich bin da durch meine Frau hängen geblieben und es ist ja
auch wirklich schön in Mecklenburg, da zieht es noch ganz andere Leute
hin. Ganz zu Anfang waren die Leute aus Berlin und Luckenwalde, mehr aus
Berlin. Das hat sich dann aber mit der Zeit erledigt gehabt und dann war
zum Beispiel unser Sänger Manne aus Rostock und so kam Burkhard Lasch eben
auf die Idee, ein Lied „Rocker von der Küste“ zu machen, und das wurde
dann unser Markenzeichen.
Auf wann datieren eigentlich die Anfänge von Berluc? Euer erster Hit
„Hallo Erde, hier ist Alpha“ ist von 1978. Einige Quellen erwähnen die
Band aber bereits in den 60ern als Jazzband...
Als Rockband fing’s 1975 an. Da ging das los mit der ersten Single „Hallo
Erde hier ist Alpha“. Die schlug so gut ein, dass Amiga fragte, ob wir
noch mehr davon hätten. Da uns das Thema interessierte, hatten wir schon
Material für eine ganze Platte und so kam ganz schnell auch „Reise zu den
Sternen“ heraus. War eine gute Zeit.
Was hat euch denn dazu bewogen in das Rocklager zu wechseln und wer
waren eure Vorbilder?
Das hat sich einfach so ergeben. Das fing eigentlich 1962 mit den Beatles
an und das hat mich fasziniert. Das isses, das war unglaublich. Die Lieder
damals waren ja manchmal 10 oder 15 Minuten lang. Das hat sich dann so
ergeben, wir haben nicht gesagt, "jetzt machen wir ne andere Musik", oder
so. Die alten Kollegen aus Berlin und Luckenwalde sind dann allerdings
ausgestiegen, das hat denen nicht mehr so gefallen als wir dann immer
härter wurden.
Ihr ward ja auch Berufsmusiker. Wo habt ihr euer musikalisches
Handwerkszeug gelernt?
Das war in der DDR ganz gut so. Da musste jeder, der Berufsmusiker werden
wollte, eine Prüfung machen und das war bei allen Musikern
unterschiedlich. Ich war zum Beispiel drei Jahre in Dessau am Theater und
hab dort Unterricht gemacht. Aber ohne die so genannte „Pappe“ lief
nichts, sonst musste man nebenbei arbeiten gehen. Viele haben sich mit
einem Hausmeisterjob gerettet.
Und ab wann wart ihr Berufsmusiker?
Kann ich auch nur für mich sagen. Bei mir war das ungefähr 1970.
Lass uns mal über „Hallo Erde, hier ist Alpha“ reden. Einige Quellen
erwähnen euren ersten Hit als Soundtrack zum Weltraumflug Sigmund Jähns.
Tatsächlich ist der Titel aber ein paar Wochen älter. Wie war dieser
Zufall für euch und habt ihr davon profitiert?
Wir haben „Hallo Erde, hier ist Alpha“ bei Amiga schon produziert, da war
Sigmund Jähn noch gar nicht aktuell. Dieses Intro hab ich mal auf einer
Geräuschplatte erwischt und da dachten wir, das machen wir davor. Das war
jedenfalls so: Die damalige Besetzung, also Axel Stehr am Keyboard, Manne
Kähler als Sänger und ich, uns haben utopische Romane und Literatur
wahnsinnig interessiert, und daraus hat sich das dann so ergeben. Deswegen
ging das auch so schnell, dass nach dem Erfolg der Single „Hallo Erde,
hier ist Alpha“ wenige Monate später ein Album kam, denn die Lieder waren
schon fix und fertig. Das Thema hat uns eben fasziniert, und das war auch
gut so, denn „Die Reise zu den Sternen“ war die LP, die von allen am
besten gelaufen ist. Die wird heute auch noch aufgelegt und gibt es immer
noch.
Also hatte Sigmund Jähn keinen Anteil daran, dass ihr ein Konzeptalbum
zum Thema „Weltraum“ gemacht habt?
Nein, überhaupt nicht. Vor ein paar Wochen hatte sein Raumflug ja
30jähriges Jubiläum und da haben mich viele Fans angerufen und gesagt,
dass unser Lied rauf und runter gespielt wird. Na gut, warum auch nicht?
Im Jahre 1982 ist in der BRD bei Teldec ein Album von euch erschienen.
Wie kam es dazu?
Amiga hatte mit Teldec im Westen einen Partner, wo ja auch die Puhdys,
Karat und andere übernommen wurden, und die zeigten auch an uns Interesse.
Aber wir haben trotzdem keine Westkohle dafür bekommen. Das hat sich alles
Amiga unter den Nagel gerissen (lacht).
Die Besetzung der Band hat sich in dieser Zeit mehrfach geändert. Was
waren die Gründe dafür und was hat das musikalisch für die Band bedeutet?
So richtig gut war das eigentlich nicht, aber es war eben so. Wir waren ja
so etwas wie die „Band der Ausreisenden“. Immer wenn wir uns wieder ein
bisschen rangearbeitet hatten und im Westen spielen sollten, hat einer die
Ausreise beantragt. Insgesamt waren es vier Leute und so sind wir jedes
Mal ins letzte Glied zurückgeschoben worden. Die Kollegen meinten eben,
L.A. ruft.
Der Keyboarder Axel Stehr war ja in der Anfangszeit einer eurer
Hauptsongschreiber. War er nach seinem Ausstieg weiterhin für euch aktiv
oder habt ihr seinen Verlust anderweitig kompensieren müssen?
Leider hat er dann nichts mehr gemacht, denn er war ja eigentlich ein
genialer und sehr guter Musiker. Er ist aber auch nicht in eine andere
Band eingestiegen. Er macht so ein bisschen als Pianist und Komponist und
das reicht ihm und fertig. Genauso wie Manne, der hat irgendwann den
Bierhahn entdeckt und eine Kneipe eröffnet. Das hat ihm gefallen und das
macht er heute noch. Ich wollte ihn wieder zurück holen, aber nichts zu
machen. Manne bleibt beim Bierhahn und fertig. Dann soll das eben so sein!
Habt ihr zu den ehemaligen Musikern noch Kontakt?
Ja, ich habe gerade erst mit Axel telefoniert, und da haben wir auch über
genau das Thema gesprochen. Ich hab ihn gefragt, ob nicht wieder mal ein
Liedchen für uns machen könnte, aber er wollte nicht. Es ist aber doch
auch so, dass wir ja alle nicht die jüngsten sind und manche werden
wirklich so alt, wie sie sind. Das ist eben so, bei Axel und bei Manne
auch. Mit Manne kann man sich unterhalten über seine zwei Schäferhunde
oder seine Datsche, aber über Musik nicht. Das ist zwar traurig, aber so
ist das nun mal.
Im Jahre 1983 habt ihr mit „No bomb“ den Titel des Jahres geliefert.
Was hat euch zu dem Titel bewogen und wie ist er entstanden?
Das war auch lustig. Manne kam an mit einem Reggae und da sagte ich, dass
das nicht hinhaut, weil wir doch keine Reggaeband sind. Damit war’s erst
mal ad acta gelegt. Irgendwann haben wir dann in einem Klub in Rostock
Probe gemacht und dann mussten wir unterbrechen, weil Pankow gespielt
haben. Die lagen damals auf der Neuen Deutschen Welle drauf. Das hat mir
so richtig gut gefallen, und als wir dann anschließend wieder in den
Proberaum sind, sagte ich: "Jungs, das war doch was!" Dann haben wir die
Aufgaben verteilt. Ich sagte: „Axel, du machst jetzt ganz niveaulos Achtel
aufm Keyboard, Gitarre, du machst Viertel, schwabb schwabb schwabb, ich
mache zing bumm, was ich am besten kann, und Bassist, du machst mal auch
Achtel und schwabb und dann geht’s ab.“ Manne daraufhin: „Ich weigere
mich, das soll ein Reggae sein und basta.“ Unser Gitarrist Detlef Brauer
meinte dann, er würde es singen, und dann sollte es so sein. Damals
übrigens schon mit dem englischen Text „No Bomb“ und „Radioactivity“. Dann
haben wir eine Demokassette gemacht und mit der bin ich dann zu unserem
damaligen Texter Kurt Demmler gegangen, der den Song auch klasse fand. Der
englische Refrain war zwar nur Arbeitstext, aber den wollte Kurt Demmler
nicht verändern, sondern nur Deutschsprachiges ergänzen. Das Lied ist in
einer Stunde entstanden und wurde Hit des Jahres. Da kann man mal sehen,
so werden Hits gemacht. Das ist genial, nicht wenn man tagelang macht und
rumfummelt und irgendwas an den Haaren herbeizieht. Wir haben „No Bomb“
dann live gespielt, bevor es irgendwo erschienen war oder im Rundfunk
lief, und das kam da schon, so genial an. So was zeichnet Hits aus. Es
gibt manchmal so einfache Lieder, die so sind, wie auch „Die Erde lebt“
oder „Hallo Erde, hier ist Alpha“. Und dann gibt es wieder Lieder, an
denen man wochenlang rumbastelt... eigentlich sind das Musikleichen und
man sollte es lassen. Ein Lied muss in kurzer Zeit sitzen und die Musik
muss genial sein, der Rhythmus muss genial sein, es muss stimmen, es muss
ehrlich sein, einfach passen. Und ganz wichtig, der Text muss gut sein.
Das Einfache ist manchmal so schwer zu finden.
Dieser Titel war ja auch im Rahmenprogramm für „Rock für den Frieden“,
also auch zwischen den Ansagen, vertreten. Was hat euch denn dieser
Auftritt bedeutet?
Sehr viel, aber da kommt auch schon wieder ein Gag. Als wir „No Bomb“
produziert haben, wurde uns gesagt, dass es sich für „Rock für den
Frieden“ überhaupt nicht eignet. Das wäre nicht der gewünschte
Friedensgedanke und es wären zu viele Anglizismen drin und das geht
überhaupt nicht. Aber in der Zwischenzeit war „No Bomb“ bei Beatkiste,
Notenbude, Radiotipp und wie die ganzen Sendungen hießen auf Platz 1, und
so musste man Berluc einfach holen.
Bereits in den Vorjahren seid ihr schon bei Solibeat aufgetreten. Stand
für euch der Benefizgedanke dieser Veranstaltung im Vordergrund oder waren
das lediglich Auftritte von vielen?
Das war unsere Überzeugung. Es ist ja so, wenn man lange in der DDR gelebt
hat, denkt man links. Das geb ich ehrlich zu. Ich bin trotzdem nicht in
die Partei eingetreten, ich war auch nicht IM. Hinzu kommt, uns Musikern
ging es doch gut, wir hatten doch gar nichts zu meckern!
Haben diese Auftritte bei Solibeat und „Rock für den Frieden“
Auswirkungen auf eure Karriere gehabt?
Nee, da hätten wir mehr machen müssen, so wie manche, die sich richtig
verdingt haben. Soweit ging die Liebe dann doch nicht. Im Gegenteil, wir
waren manchmal die ganz bösen Jungs und ich musste öfter zum Rapport zum
Rat des Bezirkes in Rostock.
Im Jahre 1984 seid ihr auf ausgedehnte Tour durch die UdSSR gegangen.
Kannst du uns etwas von dieser Tour erzählen?
Da kann ich so viel erzählen, da schlafen dir die Gesichtshälften ein. Die
Tour war unheimlich geil. Kleine Randgeschichte vielleicht: In der UdSSR
gab es ja kein Bier, nur Krimsekt, aber den ganz billig, so fünf Rubel für
'ne Flasche, und dann haben wir den wie Bier getrunken. Die Folgen waren
natürlich verheerend. Wir mussten ja teilweise von Sowjetrepublik zu
Sowjetrepublik, oftmals mit dem Flugzeug aber nicht immer und dann sind
wir mit dem Zug gefahren, der so langsam fuhr wie bei uns ein Güterzug. Da
ist man dann manchmal eine Woche lang gefahren, dadong, dadong, der Wagen
wurde gesondert beheizt, aber man musste sich vorher mit Brot, Speck und
eben Sekt eindecken und dann ging’s ab durch die Tundra. Das war Wahnsinn,
ganz wunderbare und gastfreundliche Menschen. Ein wenig peinlich, wenn man
bedenkt, was wir denen angetan haben. Ich weiß natürlich nicht, wie’s
heute ist, bestimmt nicht mehr so, aber früher war das fantastisch. Hat
viel Spaß gemacht, sehr viel. Und Städte gibt’s da, von denen hab ich nie
was gehört. Vom feinsten, mit U- und S-Bahn, Millionenstädte, unglaublich!
Da merkt man erst mal, was für ein Riesenland das ist. Als wir in Moskau
angekommen sind, waren -4°, nicht viel, unten auf der Krim waren dann +4°,
da haben wir gedacht, was geht denn hier los? Da waren Palmen und so, ja
ja, das war schon was für einen DDR-Bürger.
Ebenfalls 1984 seid ihr beim tschechoslowakischen Autorodeo beteiligt
gewesen. Was muss man sich denn darunter vorstellen und wer war da noch
dabei?
Da war glaube ich „Matko“ mit Prinzip dabei. Tino hatte so’n riesigen
Wolgaschlitten, so ein Schiff; da hatte er so eine geile Idee. Wir haben
uns alle aufs Dach gepackt und eine Stadionrunde gedreht. (lacht) Tino hat
immer so verrückte Ideen! Das hat Spaß gemacht. Die FDJ hat schöne
Veranstaltungen gemacht und teilweise professionell durchgeführt, da kann
man nicht meckern. Sie war unser bester Brötchengeber.
Später, 1986 seid ihr eine von neun Bands gewesen, die im Westen
auftreten durften. Habt ihr besondere Erinnerungen an die Zeit und wie
seid ihr in der BRD angekommen?
War auch geil. In Hamburg hat’s angefangen, aufm Rathausplatz. Ich
erinnere mich noch, als wenn’s heute wäre. Da waren noch mehr Bands, aber
wir haben immer mehrere Zugaben gespielt, noch eine und noch eine, die
anderen waren schon stinkig, aber der Veranstalter hat uns immer wieder
hochgeschickt. Das liegt auch an unseren Liedern. Nimm mal „Die Erde
lebt“. Da kannste nach dem ersten Vers mitsingen. Unsere Lieder sind
nachvollziehbar, schnell nachsingbar, gehen ins Ohr. Und der Gag: So was
wie Catering kannten wir ja nicht. Wir kamen ins Hotel und dann steht da
eine Flasche Whisky und Cola im Kühlschrank. Die haben wir dann geköpft
und auch in der Garderobe Essen und Trinken. Das gab’s doch bei uns alles
nicht. Das war also alles richtig gut und wir sind auch gut angekommen.
Ende der 80er wart ihr in den Hitparaden ganz oben dabei mit anderen
großen Namen wie Puhdys, City oder Silly. Dann kam die Wende und um euch
wurde es im Gegensatz zu anderen Bands ziemlich ruhig. Woran lag es?
Naja, da muss man aber sagen, dass es erst mal um alle ruhig wurde, denn
die Puhdys hatten sich ja auch erst mal aufgelöst. Keiner hat mehr
gespielt, was daran lag, dass die Leute erst mal ganz andere Interessen
hatten. Dann waren wir die Privilegierten, die Westautos gefahren haben
und so, und das hat man uns ein bisschen krumm genommen. Da wollte man die
Ostbands gar nicht hören. Dann haben die Puhdys wieder angefangen und auch
bei uns da oben in Greifswald gespielt, da hab ich gedacht, trommelst du
Berluc auch wieder zusammen. Da hatten dann die Leute auch schon wieder
eine etwas andere Denkweise und hatten gemerkt, wo wir heute gerade in
Altenburg sind, das Bier schmeckt ja auch nicht schlechter als das aus dem
Westen und das Brot auch nicht und die aufgeblasenen Luftsemmeln schmecken
ja auch gar nicht so gut wie unsere schönen knackigen und und und... und
so war das auch mit der Musik. Dass heute nicht mehr so viele Zuschauer
kommen, das sagte ich ja vorhin schon, liegt eben auch daran, dass eine
ganz andere Generation herangewachsen ist, und jede Generation hat eben
ihre eigene Musik und wir spielen noch, weil wir eine Band sind, die ein
bisschen Tradition und Namen hat, aber jetzt noch mal einen Senkrechtstart
zu machen ... das macht international Deep Purple ja auch nicht.
Euer alter Sänger Manfred Kähler war nicht mehr dabei. Hatte er keine
Lust oder woran lag es?
Das hab ich doch vorhin schon erzählt. Der hat den Bierhahn entdeckt und
da hängt er dran und da bleibt er auch.
Also in der Wendezeit hat er die Kneipe schon für sich entdeckt?
Nein, der ist schon 1984 gegangen. Er meinte wohl, er kann als Sänger
nicht mehr so und wollte sich unten ans Mischpult stellen. Ich sagte ihm,
das könne er doch nicht machen, nachdem er jahrelang unser Sänger war.
Dann hat er es weißgott für eine andere Band aus Rostock gemacht. Aber
Manne war immer schon etwas merkwürdig, obwohl er ein geiler Sänger war,
ich sage mal der Beste! Er hat die Band geprägt.
Und wer hat dann in der Zeit von 1984 bis zur Wende bei euch gesungen?
Verschiedene. Der bekannteste ist Ralf „Ralle“ Dohanetz. Der hat „Ganz
nah“ eingesungen. Als Sänger nicht schlecht, aber als Mensch recht
schwierig.
Was macht Berluc eigentlich heute? Arbeitet ihr an neuem Material?
Spielt ihr bei Konzerten lediglich die alten Titel oder habt ihr auch was
Neues im Gepäck?
Wir haben eine ganze Menge an Neuem gemacht, aber wenn sie nicht publik
gemacht werden in den Medien, hat es doch keinen Zweck. Wie war das denn
früher? Wir haben zweimal im Jahr produziert. Einmal im Frühjahr, einmal
im Herbst, immer vier Titel. Schon bei der Produktion hab ich gemerkt, was
evtl. ein Hit werden könnte und hab dann bei Notenbude, Beatkiste und so
angerufen und darum gebeten, die ins Rennen zu nehmen. Das haben sie auch
meist gemacht und ich hab meistens eine gute Hand gehabt und da liefen wir
oft auf den ersten Plätzen, das war alles super und dann lief das
wochenlang und wenn ein Titel ausgelaufen war, kam dann der nächste und so
waren wir mit vier Titeln das ganze Jahr über vertreten. Mit den ganzen
Sendungen, "rund", "bong" und wie sie alle hießen, war es doch auch eine
ganz andere Basis. City oder Puhdys sind fleißig und produzieren sehr
viel, aber einen aktuellen Hit haben sie auch nicht.
Dürfen sich die Fans denn Hoffnungen machen auf eine neue CD?
Die CD wäre so weit schon fertig, aber man muss ja Abnehmer haben. Wenn
man zu einem Label geht, dann geht ja sofort die Rechenmaschine an, ob
man’s vermarkten kann. Also ich weiß es nicht, vielleicht.
Dann wünsche ich alles Gute für die Zukunft, auch evtl. für die neue CD
und bedanke ich mich für das Gespräch.
Danke auch und viele Grüße an unsere Fans.
http://berluc.raenker.de/
Interview: Nadja Notzke |